Dieses Kindersitz-Modell fiel im Crashtest komplett durch
In Kalifornien ließ eine Muter ihre zwei kleinen Kinder an einem heißen Sommertag im Auto zurück, während sie beim Lippenaufspritzen war (Symbolbild).
Zusammenfassung
- Drei von 16 Autokindersitzen erhielten im ÖAMTC-Test die Note "gut", während ein Modell wegen eines Sicherheitsmangels durchfiel.
- Der Hersteller des durchgefallenen Sitzes bietet Umtausch oder Rückgabe an, nachdem sich die Babyschale beim Crashtest von der Isofix-Basis löste.
- Die meisten getesteten Sitze zeigten gute Ergebnisse bei Umweltverträglichkeit, während Schwächen vor allem bei Einbau und Sicherheit zu Abwertungen führten.
Drei von 16 Autokindersitzen haben im ÖAMTC-Test "gut" abgeschnitten - die beste Note, die dabei vergeben wurde. Weiters gab es zehn "Befriedigend", und zwei weitere Sitze waren nur "genügend". "Ein Modell ist mit 'Nicht genügend' durchgefallen: Beim Frontalcrash löste sich die Babyschale Kinderkraft Mink Pro 2 von ihrer Isofix-Basis Mink FX2 und wurde durch das Fahrzeug geschleudert", analysierte ÖAMTC-Techniker Steffan Kerbl die am Dienstag vorgestellten Ergebnisse.
Vor dem durchgefallenen Sitz hatten der Mobilitätsclub und seine Partnerorganisationen schon Anfang April berichtet, um rechtzeitig warnen zu können. "Der Hersteller hat direkt und vorbildlich reagiert und bietet seither die Rückgabe oder einen Umtausch des betroffenen Produkts an", sagte Kerbl nun. Dasselbe Modell ohne Isofix-Basis - also bei Sicherung mittels Fahrzeuggurt - war solide "befriedigend" bewertet worden.
Höhere Maßstäbe
Der Test legt deutlich höhere Maßstäbe als die Zulassungsprüfung an. Das sei mitunter der Grund, dass Produkte, die von den ÖAMTC-Fachleuten als "nicht genügend" befunden werden, trotzdem im Handel sind. Die Auswahl an empfehlenswerten Kindersitzen für jedes Alter und in allen Preisklassen sei aber groß: "Bei den mit 'gut' beurteilten Testsiegern ist neben den mittel- bis höherpreisigen Modellen Sirona Ti und Pallas G3 von Cybex mit dem Kinderkraft Junior Fix 2 i-Size auch ein sehr günstiger Testkandidat zu finden", so Kerbl.
Die "befriedigend" beurteilten Kindersitze hätten sehr unterschiedliche Stärken und Schwächen. "Durchgehend positive Ergebnisse haben wir vor allem in Hinblick auf Umweltverträglichkeit und Schadstoffe - das war nicht immer so und ist durchaus eine positive Überraschung", sagte der Experte.
Details zu den beiden "genügend" beurteilten Produkten: Der Lionelo Lavender i-Size sei für einen sehr langen Einsatzzeitraum konzipiert. Das mache Kompromisse beim Einbau nötig, was sich auf die Sicherheit auswirke. "Sowohl im Front- als auch im Seitencrash haben wir ein erhöhtes Verletzungsrisiko festgestellt, was letztlich zur Abwertung von 'befriedigend' auf 'genügend' geführt hat." Beim Axkid Minikid 4 Pro, einem der teureren Sitze, gab es hingegen kaum Probleme mit der Sicherheit, dafür aber mit dem "aufwendigen, platzintensiven und fehleranfälligen" Einbau.
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