Chronik | Österreich
25.05.2018

Kind starb in überhitztem Auto: Mutter und Freund angeklagt

19 Monate alter Bub starb im August 2017. Anklage wegen grob fahrlässiger Tötung.

Die Mutter eines Buben, der im August 2017 im Bezirk Bludenz in einem überhitzten Auto zu Tode kam, wird angeklagt. Die heute 18-Jährige und ihr zwei Jahre älterer Freund, der nicht der Kindsvater ist, müssen sich wegen grob fahrlässiger Tötung vor Gericht verantworten, berichtete der ORF Vorarlberg am Freitag unter Berufung auf Gerichtssprecher Norbert Stütler.

Die Frau und ihr Freund waren am 15. August 2017 mit dem 19 Monate alten Buben von der Steiermark nach Vorarlberg zurückgefahren. Als sie am Nachmittag am Wohnsitz des Mannes eintrafen, war das Kleinkind im Kindersitz eingeschlafen. Weil sie den Buben nicht aufwecken wollten, ließen sie ihn im Auto zurück und begaben sich ins Haus. Dort schliefen die beiden nach der anstrengenden Autofahrt ein. Als sie erst am Abend wieder wach wurden, lief der Freund sofort zum Auto. Doch der Bub war bereits tot.

Reanimation erfolglos

Der Mann alarmierte umgehend die Rettungskräfte und begann mit der Reanimation, aber alle Maßnahmen blieben vergeblich. Der Abstellplatz des Pkw war nicht einsehbar, so konnte das schlafende Kind niemandem auffallen. Die Mutter und ihr Freund wurden vom Kriseninterventionsteam betreut. Eine Obduktion ergab, dass der Bub an den Folgen der Hitzewirkung starb.

Das Strafgesetzbuch sieht im Falle eines Schuldspruchs für grob fahrlässige Tötung eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren vor. Für die damals 17-jährige Mutter gilt aber noch das Jugendstrafgesetz. Der leibliche Vater tritt laut ORF als Privatbeteiligter bei dem Prozess auf, er machte ein Teilschmerzengeld von 500 Euro geltend. Der Prozess soll Mitte Juli stattfinden.