Schwechat: Zwei weitere Rückführungsflüge am Donnerstagabend

Ankunft in Wien-Schwechat für späten Donnerstagabend geplant. Die EU-Kommission koordiniert und unterstützt Flüge.
Passengers evacuated from the Middle East arrive at Vienna airport

Nach der Landung eines ersten Rückführungsfluges aus der Golfregion am Mittwochabend sind für Donnerstag zwei weitere Flüge geplant. Wie die Austrian Airlines (AUA) Donnerstagfrüh bekannt gaben, fliegt eine Maschine zunächst von der omanischen Hauptstadt Maskat nach Riad in Saudi-Arabien und dann weiter nach Wien. Aus Riad kommt ein weiteres Flugzeug nach Österreich.

Ankünfte am späten Donnerstagabend

Die Ankünfte sollen laut Webseite des Flughafens Wien-Schwechat am späten Donnerstagabend erfolgen. Laut den Informationen handelt es sich um eine Airbus A320neo mit 180 und eine Boeing 777 mit 300 Sitzplätzen. Der Start der Maschine aus Maskat ist für 17.00 Uhr Ortszeit (14.00 Uhr MEZ) geplant, hieß es auf der Webseite des Flughafens im Oman.

Das Außenministerium bemühe sich um die Bereitstellung weiterer Flüge ab dem morgigen Freitag, teilte ein Sprecher am Donnerstag im täglichen Briefing des Ministeriums mit. Bei den Rückführungen priorisiere man Schutzbedürftige, etwa Familien mit kleinen Kindern. Österreich führe weiterhin ausreisewillige Reisende aus Katar - wo die Situation derzeit aufgrund der jüngsten Angriffe besonders gefährlich sei - und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) mit Bussen in den Oman bzw. nach Saudi-Arabien. 

Die Teams vor Ort werden nach Angaben von Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS) vom Jagdkommando des Bundesheeres sowie vom Polizei-Einsatzkommando Cobra unterstützt.

EU-Kommission koordiniert

Die EU-Kommission koordiniert und unterstützt Repatriierungsflüge der EU-Staaten aus der Region, teilte sie am Donnerstag mit. Bisher sei sie an sechs Rückführungsflügen beteiligt gewesen, darunter auch nach Österreich. Diesen Unterstützungsmechanismus haben bis zum heutigen Donnerstag zehn EU-Mitgliedstaaten aktiviert: neben Österreich waren das Belgien, Bulgarien, Tschechien, Frankreich, Italien, Zypern, Luxemburg, Rumänien und die Slowakei.

Die organisierten Rückführungsflüge und die Anzahl der freien Plätze würden von den Staaten den jeweiligen EU-Vertretungen gemeldet, erklärte der Ministeriumssprecher. Diese nicht benötigten Sitze würden nach dem Prinzip "first come, first serve" mit Bürgerinnen und Bürgern anderer EU-Länder gefüllt.

Kosten der Aktion

In diesem Zusammenhang sei es auch möglich, einen Teil der Kosten von der Europäischen Union rückerstatten zu lassen, hieß es in der EU-Kommissionsmitteilung weiter. Falls mindestens 30 Prozent der verfügbaren Sitzplätze Bürgern anderer EU-Staaten zur Verfügung gestellt werden, kann die EU bis zu 75 Prozent der förderfähigen Kosten erstatten.

Der Außenministeriumssprecher sagte dazu, die Teilnahme an diesem Mechanismus sein eines der Kriterien, um die Kosten der Charterflüge so gering wie möglich zu halten. Er wies darauf hin, dass neben den hohen Kosten aufgrund der Nachfrage Themen wie Luftraumsperren, eine geringe Anzahl von Slots für Starts und Landungen und die Sicherheitsvorschriften der Fluglinien Herausforderungen für die Organisation von Rückführungen bedeuteten.

Er appellierte an die Reisenden, ausschließlich die Telefonnummern und E-Mail-Adressen der Botschaften zu nutzen und nicht über andere Kanäle wie WhatsApp einen Kontakt zu versuchen. Personen, die auf eigene Faust nach Saudi-Arabien einreisen wollten, sollten auf jeden Fall die Botschaft kontaktieren, um Probleme mit dem Visum oder der Gültigkeitsdauer des Reisepasses zu vermeiden.

2.100 Reisende in der Krisenregion

Nach letzten Angaben des Außenministeriums sind knapp 18.000 Staatsbürger in der Krisenregion registriert, davon rund 2.100 Reisende. Am Mittwochabend konnten 151 Personen mit einem Charterflug aus Maskat nach Österreich zurückgebracht werden.

Kommentare