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Chronik | Österreich
08/16/2019

Home-Invasion in Salzburg: Entführung, Schüsse und Flucht zu Fuß

Nach dem bewaffneten Überfall in Salzburg laufen die Ermittlungen auf Hochtouren. Die Polizei gab Details zur Tat bekannt.

Am Freitagmittag gab die Polizei den aktuellen Stand der Ermittlungen zum bewaffneten Überfall auf das Haus einer Salzburger Juwelierfamilie bekannt. Demnach überfielen drei mit Sturmmasken maskierte, männliche Täter die Juwelierfamilie am Donnerstag um circa 10.30 Uhr.

Sie stiegen über die offene Balkontür in das Wohnhaus ein und überwältigten das im Haus befindliche Juwelier-Ehepaar. Danach fesselten die mit einer Faustfeuerwaffe bewaffneten Männer das Paar. Ihre zwei Kinder und eine weitere Frau befanden sich ebenfalls im Haus.

Entführungsauto demoliert

Die Täter forderten in gebrochenem Englisch die Herausgabe von Wertsachen. Die bekannte Juwelierin wurde gezwungen, Schmuck aus dem Juweliergeschäft in der Innenstadt zu holen, und fuhr in ihr Geschäft. Währenddessen zwangen zwei der drei Täter die übrigen vier Personen in ein Auto und fuhren damit in ein nahegelegenes Waldstück. Dabei fuhr der Lenker über unwegsames Gelände und später auch querfeldein durch den Wald. Dabei demolierte er das Auto, das nach einiger Zeit fahruntauglich war.

Die beiden Männer ließen die Opfer im Auto zurück, flüchteten zu Fuß weiter und trafen dabei auf ein Pärchen. Von den Passanten forderten die beiden Männer unter Drohungen ein Handy, gaben Schüsse ab und flüchteten zu Fuß weiter. Bisher ist nur klar, dass bei den Schüssen niemand verletzt wurde. In welche Richtung die Schüsse abgegeben wurden, ist noch Gegenstand der Ermittlungen.

Das Pärchen befreite im Anschluss die vier Opfer aus dem hängengebliebenen Auto. Der Juwelier verständigte die Polizei und nahm Kontakt zu seiner Frau auf. Unmittelbar danach, inzwischen war es 12.30 Uhr, startete die Großfahndung der Polizei.

Juwelier verletzt

Bei dem Überfall wurde der Juwelier verletzt, die betroffenen Familienmitglieder erlitten einen schweren Schock und wurden vom Kriseninterventionsteam des Roten Kreuz sowie der Verhandlungsgruppe der Polizei betreut. Auch bei den Einsatzkräften gab es einen Verletzten zu beklagen. Eine Zivilstreife kam am Weg zum Einsatzort bei einem Überholmanöver von der Fahrbahn ab, dabei wurde ein 56-jähriger Polizist unbestimmten Grades verletzt.

Die Täter sind auch am Freitag weiterhin flüchtig. Zu ihnen gibt es nur eine vage Personsbeschreibung. Einer soll schlank, einer korpulent und der dritte muskulös sein. Alle drei hatten eine Sturmmaske auf, einer trug eine Camouflage-Hose. Während die Täter aus dem Juweliergeschäft nichts erbeuten konnnten, war am Freitag noch unklar, ob sie im Wohnhaus erfolgreicher waren.

Brand an mehreren Stellen gelegt

Nähere Angaben gab es auch zum Brand im Wohnhaus der Familie, das nach dem Raub ausgebrochen war. Dieser wurde offenbar mittels Brandbeschleuniger an mehreren Stellen des Hauses gelegt, es sei hoher Sachschaden entstanden.

Auch das Juweliergeschäft der Familie in der Salzburger Altstadt ist immer wieder zum Ziel für Einbrüche geworden. Bis Ende 2012 wurde es insgesamt zehnmal überfallen. Nach dem Vorfall vom Donnerstag postierte die Polizei schwer bewaffnete Beamten vor dem Geschäft.

Die Fahndung läuft immer noch. Zeugenaussagen und Hinweise nimmt das Landeskriminalamt Salzburg unter 059133/503333 entgegen.