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Chronik Österreich
01/29/2021

Hohe Lawinengefahr auf Österreichs Bergen

In Vorarlberg gilt verbreitet Lawinenwarnstufe 4 von 5, in Niederösterreich Stufe 3 von 5.

Auf den Bergen herrscht aktuell teilweise erhebliche Lawinengefahr, etwa in Vorarlberg. Die Landeswarnzentrale im Ländle hat die Lawinengefahr am Freitag verbreitet als groß eingestuft, damit galt Warnstufe 4 auf der fünfteiligen Skala. Hauptproblem sei in tiefen und mittleren Lagen der Nassschnee. Aufgrund starken Regens und der Erwärmung seien viele mittlere und auch große Nass-und Gleitschneelawinen zu erwarten. In höheren Lagen sorgte der viele und störanfällige Neu- und Triebschnee für eine angespannte Situation.

Es seien viele spontane Lawinen zu erwarten. Besonders aus noch nicht entladenen Lawinenstrichen könnten diese auch sehr große Ausmaße annehmen und gar bis in Tallagen vorstoßen, so die Lawinenexperten. Exponierte Straßen und Wanderwege seien dadurch gefährdet. Einzelne Wintersportler könnten Lawinen leicht auslösen, so die Warnung. Gefahrenstellen lägen im Steilgelände, hinter Geländekanten sowie in Rinnen und Mulden.

Seit Donnerstag verzeichnete Vorarlberg teils ergiebige Niederschläge, die bis auf eine Seehöhe von 1.700 Metern als Regen fielen. Darüber gab es viel Neuschnee, der durch stürmischen Wind verfrachtet wurde. Im Laufe des Freitags sollten die dadurch entstandenen Triebschneesammlungen weiter anwachsen.

Gefährliche Kombination

Den Aufbau der Schneedecke beurteilten die Fachleute als ungünstig: Der warme Neu-und Triebschnee liege auf einer kalten Altschneeschicht, an dieser Schichtgrenze könnten Schneebretter brechen. In den Lagen darunter habe der Regen die Schneedecke geschwächt. Auch am Samstag werde die Lawinensituation "angespannt" bleiben, so die Landeswarnzentrale.

Wegen Lawinengefahr gesperrt werden musste zunächst die Verbindung zwischen St. Christoph am Arlberg und Stuben bzw. dem Lecher Ortsteil Zürs, damit war Lech auf dem Straßenweg eine Zeitlang nicht erreichbar. Die Sperre wurde am Freitag gegen 10.00 Uhr aufgehoben.

Steiermark: Gemeindestraße verschüttet

In der Steiermark ging am Freitag bereits eine Lawine ab und machte die Zufahrt zum unbewohnten Talschluss des Bretsteingrabens im Pölstal im obersteirischen Bezirk Murtal unpassierbar. Die Gemeindestraße wurde am Freitag zwischen 4.00 Uhr und 5.00 Uhr laut Landespolizeidirektion Steiermark über eine Länge von rund 50 Metern verschüttet und bleibt bis voraussichtlich 7. Februar gesperrt. Die Crew eines Polizeihubschraubers hatte einen Erkundungsflug durchgeführt: Personen wurden nicht verletzt.

In Niederösterreich herrscht am Freitag gleichfalls teilweise erhebliche Lawinengefahr. Stufe 3 auf der fünfteiligen Skala gilt laut dem Lagebericht für die Ybbstaler Alpen, das Gippel-Göllergebiet sowie die Rax-Schneeberggruppe. Leichte Entspannung wurde für den Nachmittag erwartet. In den betroffenen Regionen bleibt Stufe 3 dann nur noch oberhalb der Waldgrenze aufrecht.

Keine Risiken eingehen

Die ÖAMTC-Flugrettung warnt davor, unnötige Risiken einzugehen - insbesondere beim Tourengehen. "Leider zeigt sich immer wieder, dass Gefahren unterschätzt werden und Tourengeher unzureichend vorbereitet sind", so der leitende Flugretter der Christophorus-Flotte, Markus Amon. Neben körperlicher und psychischer Vorbereitung sowie der richtigen Ausrüstung ist das Studium von Lawinenlage-, Wetterberichten und dergleichen unerlässlich.

Die papierlosen Medien wie Internet, App und Co haben die Informationssammlung zusätzlich vereinfacht. Aber nicht alles, was man findet, wird auch verstanden, so der Flugretter: "Es nützt der beste Lawinenlagebericht nichts, wenn man daraus nicht die richtigen Schlussfolgerungen ziehen kann. Bergführer oder Einheimische können darüber hinaus oft wertvolle Hinweise geben."

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