Chronik | Österreich
10.10.2018

Hitler-Bilder verschickt: Ex-FPÖ-Politiker verurteilt

Gericht verhängt 24 Monate teilbedingt wegen Verstoß gegen Verbotsgesetz gegen den Tiroler.

Mit einer elektronischen Fußfessel am Bein und fünf Vorstrafen im Gepäck (unter anderem wegen Betrugs und Unterhaltsverletzung) saß am Mittwoch Wolfgang Neururer in Innsbruck vor einem Schwurgericht. Noch Anfang des Jahres war er Gemeinderat und FPÖ-Obmann des Bezirks Imst. Im März war die Politkarriere schlagartig vorbei. Da wurde bekannt, dass der 50-Jährige auf WhatsApp Hitler-Bilder an Parteifreunde verschickt hatte.

Rechtfertigte sich Neururer damals noch damit, dass er nur davor warnen wollte, dass solche Sujets im Umlauf seien, zeigte er sich gestern geständig. In einer vor Gericht verlesenen Stellungnahme bekannte sich der Angeklagte schuldig, gegen das Verbotsgesetz verstoßen zu haben, und zeigte sich reuig.Selbst wollte Neururer nicht mehr viel zu der Causa sagen. Durch sein Geständnis blieb den geladenen Zeugen eine Aussage erspart. Neururer wurde (nicht rechtskräftig) zu einer Haftstrafe von zwei Jahren verurteilt, wovon 16 Monate bedingt ergingen.

Gruppe „Unser Kampf“

Insgesamt hatte er sechs Bilder und ein Video verschickt – auch an eine von ihm eingerichtete WhatsApp-Gruppe mit dem Namen „Unser Kampf“, bei der es sich laut Staatsanwältin um die Gruppe der FPÖ Imst mit vier Mitgliedern handelte.

Die verschickten Bildmontagen, die teilweise dem Tiroler Blogger Markus Wilhelm zugespielt wurden, legten nahe, dass Hitler schmerzlich vermisst werde, und richteten sich unter anderem gegen Flüchtlinge und Muslime.