Einsame Hasenbabys: Wann eingegriffen werden sollte

Die ersten Hasenbabys der Saison wurden bei der Pfotenhilfe abgegeben. Der Verein betont: Nicht jedes allein gefundene Jungtier ist in Not.
Zwei Feldhasenbabys liegen auf Stroh und einer Decke.

Hunderte in Not geratene Wildtiere werden jährlich von der Pfotenhilfe aufgenommen, gepflegt und wieder ausgewildert. Am Mittwoch wurden die ersten Wildhasenbabys der Saison in die Tierschutzeinrichtung gebracht: Eines befand sich am Straßenrand im Bezirk Braunau, das andere wurde von einem Hund im Salzburger Flachgau aufgespürt.

Pfotenhilfe-Chefin Johanna Stadler weist darauf hin, dass sich nicht jedes Junge ohne seine Elterntiere in einer Notsituation befindet. Feldhasen würden etwa von ihren Müttern in Grasmulden zurückgelassen, um das Anlocken von Fressfeinden zu verhindern. Wenn die Tiere jedoch von etwa Katzen oder Hunden verschleppt, ungeschützt am Straßenrand zurückgelassen oder durch das Ausbringen von Gülle gefährdet werden, besteht Handlungsbedarf. "Es ist unsere nicht nur gesetzliche, sondern auch moralische Pflicht, diesen Tieren zu helfen", so Stadler.

Es empfiehlt sich, vorab bei Wildtierauffangstationen, Tierheimen oder Tierärztinnen und Tierärzten telefonisch nachzufragen. Hunde sollten zum Schutz der Tiere an der Leine geführt werden.

Worauf bei Wildtieren geachtet werden sollte

Der Verein gibt weitere Tipps, um die Lage von Wildtieren besser einschätzen zu können. So muss bei aus dem Nest gefallenen Jungvögeln, die bereits befiedert und unverletzt sind, nicht zwangsweise interveniert werden. Ihre Eltern übernehmen die Versorgung weiter, außer es droht unmittelbare Gefahr. Zudem kann es sich bei den Tieren um Bodenbrüter handeln. Das ist etwa bei Amseln, Lerchen und manchen Greifvögeln der Fall.

Igel sind nachtaktiv – eine Sichtung am Tag deutet auf Probleme hin. Bei Baumfällungen flüchten Eichhörnchenmütter oft und kehren nicht zurück, sodass ihre Jungen verhungern.

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