Neuer Shop: Wo Spenden gesammelt und Katzen gestreichelt werden

Mareike Schnabl hat sich dem Katzenschutz verschrieben. In ihrem ehrenamtlichen Geschäft samt Café-Nische sollen Streuner vermittelt werden.
Mareike lehnt an ihrer Kaffee-Schank in der blauen Kaffee-Nische.

Es ist beinahe unmöglich, das neue Geschäft in der Kremser Dinstlstraße zu übersehen. In knalligem Orange hebt sich der Eingangsbereich deutlich von der cremefarbenen Fassade ab. An der Tür findet sich mit der blauen Zeichnung einer Katze der nächste Blickfang – und ein erster Hinweis darauf, was Gäste im Inneren erwartet. Wenige Treppenstufen führen in einen hellen Raum voller Regale und Verkaufstische. Die Farben Orange und Blau ziehen sich auch hier konsequent durch die Einrichtung, finden sich in Teppich, Möbeln und Wänden wieder.

Den roten Faden im Sortiment zu erkennen, fällt deutlich schwerer. Kleidung, Keramik und gerahmten Kunstdrucken bilden nur einen Bruchteil dessen, was zum Verkauf angeboten wird. Schlüsselanhänger liegen in Schüsseln neben schmuckbehangenen Ständern. Ein Wassersprudler steht zwischen Kaffeemaschine und Kuchenmixer. Vieles ist bereits gebraucht, manches von Hand gefertigt. Eines haben alle Produkte doch gemeinsam: Sie wurde für den guten Zweck gespendet und sollen nun auch für den guten Zweck verkauft werden.

Ungewöhnliches Konzept

Im "Save Cats"-Shop trifft Second Hand auf Cafébetrieb und Tierschutz. Ein eher ungewöhnliches Konzept, hinter dem Mareike Schnabl steckt. Die neunfache Katzenmama hat bereits vor einigen Jahren "Save Cats – Yes We Can" gegründet. Der gemeinnützige Verein mit Sitz in Langenlois organisiert Kastrationen für heimatlose Katzen und vermittelt die Tiere an ein neues Zuhause. Damit diese ehrenamtliche Arbeit gelingen kann, müssen Kosten für Tierarzt, Futter und den laufenden Betrieb der Einrichtung gedeckt werden.

Der Blick in das Geschäftsareal, mit den orangenen Möbeln und blauem Teppichboden.

Der Second-Hand-Shop erinnert ein wenig an eine Boutique.

Wenn es um die Finanzierung ihrer Tierschutzaktivitäten geht, setzte die ausgebildete Innenarchitektin von Anfang an auf kreative Ideen. Den Verein hat sie hauptsächlich mit der Versteigerung selbst genähter Katzenbettchen und Spielzeuge aufgebaut. "Die sind in der Szene mittlerweile auch bekannt", wie sie erzählt. Später sammelte die Obfrau zusammen mit engagierten Vereinsmitgliedern gebrauchte Gegenstände und besuchte Flohmärkte, um sie zu Geld zu machen. Eine zeitaufwendige Aufgabe, die schließlich zu ihrem ersten Secondhandladen in der Hafnerstraße und nun zum "Save Cats"-Shop führte.

Das Konzept in beiden Geschäften ist ähnlich, mit Ausnahme von zwei Unterschieden. Da wäre zunächst die blitz-blau gestrichene Kaffee-Nische, die am Eingang als "Save Cats"-Café angekündigt wird. Auf einem Tresen stehen Teebeutel und Kaffeekapseln bereit, weitere Getränke sind eingekühlt. In naher Zukunft sollen außerdem drei Katzen, die auf der Suche nach einem Zuhause sind, in der Distlstraße einziehen. 

Eine getigerte Katze liegt in einem Körbchen.

Bald ziehen drei Katzen in dem Geschäftslokal ein.

Katzen und Kaffee

Sie werden sich jedoch nicht frei durch das Café bewegen, sondern können in einem durch eine Glaswand separierten Raum besucht werden. Grund dafür sind laut Schnabl gesetzliche Rahmenbedingungen für die Adoption: Damit Katzen überhaupt vermittelt werden dürfen, müssen sie getrennt vom Gastronomiebetrieb untergebracht sein. Andernfalls gelten sie als Teil des Cafébetriebs – mit völlig anderen Auflagen.

Der Vorstellung von einer Art Katzen-Café konnte Schnabl ursprünglich nicht viel abgewinnen. "Ich will nicht Katzen dauerhaft in einem Raum einsperren." Bei dem "Save Cats"-Café handele es sich schließlich nicht um einen Gnadenhof. "Das Ziel ist die Vermittlung", betont Schnabl. Es gebe jedoch einige tierische Bewohner im Katzenhaus Langenlois, die sich bereits jetzt mehr menschlichen Kontakt wünschen würden. Für die heimatlosen Tiere könnte das Café eine Win-Win-Situation sein: Mehr Streicheleinheiten und die Aussicht auf eine baldige Vermittlung.

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