Feder, Fisch, Fantasie: Breuers Frauenbilder in Kremser Ausstellung

Doris Breuer hat sich den Themen Weiblichkeit und Natur verschrieben. Ihre Ölgemälde sind demnächst in Krems zu sehen.
Doris Breuer arbeitet an einem ihrer Gemälde an der weißen Stadlwand. Zu sehen ist eine Frau in blau-tönen mit einer Skibrille, in der sich die Berge spiegeln.

Frauen, umrahmt von Federn. Frauen, mit Schaltkreisen und Schrauben anstelle von Gehirnen. Frauen, die Fische auf Köpfen balancieren, in einer Taucherbrille vor ihren Augen tragen, als Eis am Stiel zwischen den Lippen halten. Frauen sind es, die sich wie ein roter Faden durch die künstlerische Arbeit von Doris Breuer ziehen und Frauen werden es sein, die auch ihre kommende Ausstellung in Krems prägen.

"Ich male eigentlich nur Frauengesichter und Körper", erzählt die Mühlviertlerin im Gespräch mit den KURIER. Die Malereien sind das Ergebnis ihrer Auseinandersetzung mit Themen, die entweder sie persönlich oder die Welt allgemein beschäftigen. "Das greife ich auf und mache dann Serien daraus." Ein "Potpourri" dieser Serien ist unter dem Titel "tricky fem – beyond the expected" ab 27. Februar in der Galerie "Die Wegscheid Nr. 3" zu sehen. 

Naturverbunden

Die Gemälde entstanden größtenteils in einem alten Mühlviertler Bauernhof, der Breuer beruflich wie privat zur Heimat geworden ist. Dort findet sich das zweite wiederkehrende Thema ihrer Stücke: die Natur. "Man kommt nur über eine Waldstraße zu meinem Platz. Also ich lebe ganz in der Einöde", sagt Breuer. Zwischen Wald und Wiesen widmet sich die Künstlerin ihrem Schaffen in einem umfunktionierten Stadl – am liebsten in den Morgenstunden: "Ich stehe mit einem Kaffee auf und beginne dann."

Ein Gemälde von einer Frau in Brauntönen, die ein Eis zwischen den Lippen hält in dem ein Fisch zu sehen ist.

"melting boundaries" ist ebenfalls ausgestellt.

Jedem Bild geht ein Entwurf voraus, den Breuer auf an Holzwände getackerte Leinenbahnen überträgt, bevor sie zu Pinsel und Ölfarben greift. Die vollendeten Stücke werden anschließend auf Rahmen gespannt. Ihren Stil beschreibt die Oberösterreicherin als zeitgenössisch-expressiv: "Sie sind gegenständlich, aber auch mit abstrakten Aspekten darin."

Breuer ist Vollzeit-Künstlerin. Der Weg dorthin wurde ihr unter anderem familiär geebnet, viele ihrer Verwandten seien ebenfalls in der Branche tätig. "Da habe ich das vorgelebt bekommen", sagt Breuer. Gleichzeitig ist das Malen für die Oberösterreicherin mehr als ein Brotberuf. Es ist etwa eine Möglichkeit, ganz im Moment zu sein. "Da gibt es eigentlich nichts anderes mehr auf der Welt, sondern nur mich und die Malerei. Und das ist für mich ein verbindendes Gefühl, das ich so sehr liebe."

Fernweh

Wenn Breuer ihre Werke auf die Leinwand bringt, fühlt sich das für die 51-Jährige auch ein bisschen nach Freiheit an. Beinahe wie eine ihrer liebsten Beschäftigungen: das Reisen. Die Jahre zwischen 18 und 28 hat die Malerin vorwiegend im Ausland verbracht. Eine Zeit, in der sie teilweise bereits mit ihrem mobilen Atelier – einem Pickup Camper –  unterwegs war. "Ich habe dann zwei Kinder bekommen und dann ist das nicht mehr so leicht möglich gewesen", sagt Breuer.

Ein Foto von Doris Breuer, die einen Pinsel in der Hand hält und in die Kamera schmunzelt. Hinter ihr ist ein Gemälde von einer Frau in blau und orange Tönen.

Breuer arbeitet meist im Mühlviertel, ist aber auch bei ihren Reisen künstlerisch aktiv.

Bis heute zieht es sie dennoch regelmäßig in die Ferne. Zwei bis drei Monate pro Jahr verbringt die 51-Jährige auf Künstlerresidenzen im Ausland. "Das Reisen und die Malerei, das sind die zwei Sachen, die meinem Wesenszug entsprechen. Und so kann ich das verbinden", sagt Breuer. Die nächste Fahrt ist bereits geplant. Im April reist die Künstlerin nach Kreta.

Aber bevor es so weit ist, geht es für Breuer in das Haus der vier Jahreszeiten und damit zu ihrer ersten Ausstellung in Krems. Ihre Frauenbilder sind im barocken Artsalon der noch jungen Galerie zu sehen  und sollen dazu einladen, Erwartungen zu hinterfragen und neue Perspektiven auf das Weibliche zuzulassen – jenseits von Klischees und dem Erwartbaren.  Einzelne Werke der Künstlerin werden von Christoph Hofbauer in Lichtvisionen verarbeitet und an die Wände der Galerie projiziert.  Nach der Vernissage kann die Ausstellung vom 28. Februar bis zum 14. April besucht werden.

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