Wie der Kremser Hafnerplatz klimafitter werden soll
Der Hafnerplatz soll attraktiver gestaltet werden.
In Österreich wird es wärmer - und das deutlich schneller, als in vielen anderen Ländern der Welt. Hitzetage mit Temperaturen über 30 Grad und Tropennächte, in denen die Temperaturen nicht unter 20 Grad sinken, häufen sich. Diese Entwicklung setzt besonders urbanen Räumen zu, wie etwa der "Zweite Österreichische Sachstandbericht zum Klimawandel" zeigt.
Einige Städte haben bereits Maßnahmen ergriffen, um klimafitter zu werden. Darunter auch Krems. Jüngst hat der Gemeinderat mehrheitlich die Umgestaltung des zentrumsnahen Hafnerplatzes beschlossen. Dafür stimmten SPÖ, Grüne, Neos, KLS, MFG sowie unabhängige Gemeinderäte. Ein Nein zum Projekt kam von FPÖ und ÖVP.
Grünflächen und Entsiegelung
Für das Areal sind zusätzliche Grünflächen, Bäume und Beschattung vorgesehen. Sitzflächen, Aufenthaltsmöglichkeiten sowie Angebote für Spiel und Bewegung sind geplant, um den Bereich aufzuwerten.
So soll der Hafnerplatz grüner, kühler und einladender wirken, sagt Bürgermeister Peter Molnar (SPÖ). Im Zuge der Arbeiten erneuert die Gemeinde laut Aussendung auch angrenzende Straßen und die technische Infrastruktur.
Die Grünfläche vor der Schule soll erneuert werden.
Am Hafnerplatz sollen insgesamt 500 Quadratmeter entsiegelt werden. Damit der Boden Regenwasser aufnehmen kann, ist eine wassergebundene, versickerungsfähige Decke geplant. Die Verantwortlichen versprechen sich dadurch ebenfalls eine Verbesserung des Mikroklimas.
Kosten von 484.200 Euro
Die Kosten belaufen sich laut Gemeinde auf rund 484.200 Euro. Davon fließen 102.100 Euro in die Erneuerung der Infrastruktur. Für Beleuchtung und die Sanierung von Straßen und Fahrbahnen wird mit Ausgaben von 290.400 Euro gerechnet. Die Bauarbeiten sollen im Februar starten.
Eine Skizze vom neuen Hafnerplatz.
Einschränkungen im Alltag
Kritik zu den geplanten Maßnahmen kam unter anderem von der ÖVP. Prinzipiell sei die VP Krems kein "vehementer Gegner von Platz-Neugestaltungen", auch Entsiegelungsmaßnahmen habe man bisher "mitgetragen", sagt Florian Kamleitner (ÖVP). Für ihn und seine Parteikolleginnen sowie Parteikollegen wurden jedoch die Bedürfnisse der Betroffenen in der Projektplanung nicht ausreichend berücksichtigt.
Die Nutzbarkeit des Platzes würde sich durch die Neugestaltung verschlechtern, sagt der Vizebürgermeister. So soll eine Zugangsstraße weichen und durch eine Grünfläche ersetzt werden. Auch Parkflächen fallen weg, so Kamleitner. Dadurch befürchtet die VP Krems Probleme beim gefahrlosen Aussteigen von Kindern, die die Musikschule besuchen. Das Einladen von Musikinstrumenten der Stadtkapelle Krems, die in der Musikschule probt, würde ebenfalls durch die geplanten Änderungen erschwert. Zudem habe der Bürgermeister die VP Krems bei der Planung außen vor gelassen.
Die Stadtverwaltung verweist darauf, dass in der Nähe ausreichend Stellen für sicheres Ein- und Aussteigen bestehen. Gleichzeitig wurde betont, dass die VP während der 2,5-jährigen Planungsphase Gelegenheit hatte, Vorschläge einzubringen und ihre Anliegen zu äußern.
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