Neues Masterstudium für Psychotherapie startet in Krems
Der Bedarf an Psychotherapie in Österreich ist hoch. Zahlen aus dem Jahr 2024 zeigen, dass 23 Prozent der Menschen im Land von psychischen Erkrankungen betroffen sind, so der Österreichische Bundesverband für Psychotherapie (ÖBVP). Der großen Nachfrage steht ein kleines Angebot an Kassenplätzen gegenüber, von denen es laut dem Verband eigentlich dreimal so viele bräuchte. Um die Versorgung zu verbessern, gibt es mehrere Hebel. Einer wird Ende dieses Jahres in Bewegung gesetzt.
Bereits seit 2024 ist bekannt, dass sich die psychotherapeutische Ausbildung österreichweit ändern soll. Während der Weg früher über nicht-universitäre Bildungseinrichtungen oder private Hochschulen führte, wird die Ausbildung künftig auch an öffentlichen Universitäten angeboten. Das kostenlose Masterstudium ergänzt die bisherigen, häufig berufsbegleitenden und teuren Lehrgänge. Es richtet sich an Personen mit unterschiedlichen Bachelorabschlüssen, etwa in den Bereichen Psychologie, Soziale Arbeit oder Gesundheits- und Krankenpflege. Mit Herbst 2026 stehen österreichweit 500 ordentliche Masterstudienplätze zur Verfügung – 80 davon allein an der Universität für Weiterbildung Krems (UWK).
Luttenberger verantwortet mit Christoph Pieh das Studium.
"Der Hintergrund des Psychotherapiemasters ist es, die Ausbildung zu professionalisieren", sagt Katharina Luttenberger, Professorin für Psychotherapieforschung an der UWK. Zusammen mit Christoph Pieh, Leiter des Departments für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, ist sie für den Masterstudiengang verantwortlich. Laut Luttenberger werde in der Psychotherapie mit hochvulnerablen Patientengruppen gearbeitet. Es müsse daher sichergestellt werden, "dass die Therapeutinnen und Therapeuten auf dem neusten Stand der Wissenschaft sind", so die Verhaltenstherapeutin.
Kosten in der 3. Phase
Bei einem Master an der UKW werden die drei inhaltlichen Schwerpunkten Integrative Therapie, Existenzanalyse und Logotherapie sowie Verhaltenstherapie angeboten. Auf den Abschluss folgt die sogenannte 3. Phase mit Praxis unter Supervision. Diese kann ebenfalls direkt in Krems absolviert werden, ein Alleinstellungsmerkmal, so die Bildungseinrichtung.
Im Gegensatz zum Masterstudium muss der 3. Abschnitt selbst bezahlt werden. Kosten für Selbsterfahrung und Supervision werden nicht – wie in anderen Gesundheitsberufen üblich – aus öffentlicher Hand bezahlt, so der ÖBVP. Aus Sicht von Luttenberger wäre es sinnvoll, die Stipendien auszubauen, um Studierende aus finanziell schwächeren Familien dazuzugewinnen. "Das würde glaube ich, der Profession zugutekommen", so die Professorin.
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