Chronik | Österreich
12/14/2018

GTI-Treffen: Eventagentur übernimmt künftig Organisation

Semtainment übernimmt von Maria Wörth operative Tätigkeit. Besseres Programm am Treffen soll Betrieb auf Nebenschauplätzen eindämmen.

Die Kärntner Eventagentur Semtainment organisiert künftig anstatt der Gemeinde Maria Wörth das GTI-Treffen in der Wörtherseegemeinde. Firmenchef Thomas Semmler bestätigte am Freitag auf APA-Anfrage entsprechende Medienberichte. Semmler will die Qualität des Treffens heben und so auch den Betrieb auf Nebenschauplätzen abseits des Veranstaltungsgeländes reduzieren.

In die Programmgestaltung sollen laut Semtainment auch die Besucher des Treffens einbezogen werden - etwa die Communitys mit mehreren 10.000 Mitgliedern, die sich online gebildet haben. Dazu werde es eine Umfrage geben, was sich die Leute von dem Treffen erwarten, das im kommenden Jahr von 29. Mai bis 2. Juni stattfinden soll. Verbessert werden soll etwa die Kommunikation mit den Anrainern, auch ein neues Sicherheitskonzept ist geplant. "Bisher war die Gemeinde Veranstalter - wir wollen nun einfach eine reifere Geschichte daraus machen", sagte Semmler.

"Nebentreffen"

Ein Ziel ist es, so Semmler, dass allein durch das Programm die von Anrainern beklagten " Nebentreffen" Geschichte sein sollen: "Dass das Treffen so gut ist, dass es die Vor- und Nebentreffen gar nicht mehr gibt, weil alle nur mehr beim offiziellen Event dabei sind." Deshalb müsse man Leute, die sich nun abgeschottet haben, wieder ins Boot holen und Verbesserungen, etwa im Bereich Entertainment oder Kulinarik, vornehmen.

Das Budget, das Semtainment zur Verfügung hat, setzt sich zusammen aus dem Beitrag der Gemeinde in Höhe von 800.000 Euro und einem Beitrag von VW. 60.000 Euro macht die Agenturpauschale für Semtainment aus. Was die Besucherzahlen in Reifnitz angeht, so glaubt Semmler, dass noch Kapazitäten vorhanden sind: "Bei vergangenen Treffen waren es rund 15.000 Besucher am Tag - ich denke, dass da mit einem neuen Konzept bis zu 40.000 möglich wären." Das sei aber noch Zukunftsmusik.

Abseits des organisierten Treffens in Reifnitz sorgen die GTI-Fans seit Jahren für Kopfzerbrechen: So klagen Anrainer nicht nur rund um den Wörthersee, sondern in weiten Teilen des Kärntner Zentralraums über Lärmbelästigungen durch Gummi-Gummi (also das Durchdrehenlassen der Räder) und absichtlich verursachte Fehlzündungen. Neben der offiziellen Veranstaltung am Christi-Himmelfahrts-Wochenende hat sich bereits ein "Vor-Treffen" und ein Zusammenkommen im Herbst etabliert, zu denen sich die Tuner über Facebook verabreden. Und nun sollen auch im Winter die Motoren heulen: Denn bei der Veranstaltungsankündigung "Low at Snow" (3. bis 6. Jänner 2019) haben bereits 1.600 Personen auf Facebook ihre Teilnahme zugesagt, fast 10.000 bekunden Interesse an dem Treffen.

Das hat nun sogar die Stadt Villach auf den Plan gerufen: "Bei aller Gastfreundschaft: Ich glaube, dass die Grenze des Zumutbaren für die Anrainerinnen und Anrainer erreicht ist", meldete sich Bürgermeister Günther Albel (SPÖ) zu Wort. So werde während des Wintertreffens der Parkplatz unter einer besonders für Fehlzündungs-Vorführungen beliebten Autobahnunterführung in den Nachtstunden gesperrt. Außerdem werde es rund um die Stadt verstärkt Polizeikontrollen geben. Und eine drastische Maßnahme ist für die Straße zum Naturpark Dobratsch angedacht, die ebenfalls bei GTI-Fahrern beliebt ist: Hier steht die Sperre sämtlicher Parkplätze im Raum, die Straße könnte sogar für den gesamten Pkw-Verkehr gesperrt werden.