© Kurier/Franz Gruber

Chronik Österreich
12/11/2020

Fitnesscenter wollen im Jänner öffnen: "Sind vergessene Branche"

Fitnessstudios sind in Summe heuer mehr als vier Monate geschlossen. Betreiber fordern Zusage für Öffnung im neuen Jahr.

von Johanna Kreid, Elisabeth Holzer

Die Gastronomie hat zwar noch geschlossen, doch die Wirte dürfen Lieferservice und Take-away anbieten. Die Hotels sind ebenfalls zu, Geschäftsreisende dürfen sie jedoch aufnehmen. Und die Betreiber von Fitnesscentern? „Wir können gar nichts anbieten“, bedauert Martin Wirth, Branchensprecher in der Steiermark. „Wir können auch nichts für Jänner planen, höchstens die Exitstrategie.“

Das klingt bitter, ist es auch. Rechnet man den ersten Lockdown des Frühjahres dazu, haben die Studios heuer bereits rund vier Monate Zwangspause. Wirtschaftlich sei das trotz der Bundeshilfen kaum mehr zu stemmen, warnt Wirth: 50 Prozent Umsatzersatz für Dezember würden nicht einmal die Fixkosten decken. „Ein Drittel unserer Umsätze geht in die Mietkosten, ein Drittel in die Kosten für die Geräte, dann kommt noch Personal dazu.“

Viele Kunden verloren

Ein ähnliches Bild skizziert Martin Becker, Fitness-Branchensprecher der Wiener Wirtschaftskammer: „Fitnessbetriebe haben im Schnitt mehr als 25 Prozent ihrer Kunden verloren.“ Die Verluste mit neuen Kunden zu kompensieren werde bis zu fünf Jahre dauern. Besonders stark betroffen seien Discount-Betriebe, denn dort ist die Fluktuation am höchsten.

Österreichs Fitnesscenter haben rund 1,2 Millionen Mitglieder. Rund 8.000 Menschen sind dort beschäftigt – das ist nicht wenig, aber „wir sind eine vergessene Branche“, ärgert sich Wirth. „Gerade jetzt wären wir Teil der Lösung, nicht des Problems.“ Fitte Menschen hätten ein besseres Immunsystem, außerdem habe es in den Studios keine Cluster gegeben. Auch das Contact Tracing sei jederzeit lückenlos möglich. „Eine Lenkung der Besucherströme und die Abstandsregeln haben wir bereits realisiert, auch die Hygienestandards sind extrem hoch“, ergänzt Becker.

Wirth und Becker fordern daher eine Öffnungszusage der Regierung für die Center ab 7. Jänner, um wenigstens einen Teil der umsatzstärksten Zeit zu retten. „Der Jänner ist üblicherweise der stärkste Monat zur Neukundengewinnung – Stichwort: gute Vorsätze“, erklärt Becker. „Wir müssen dringend planen und brauchen deshalb eine definitive Zusage für eine Wiedereröffnung.“

 

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