Immer wieder versuchen betrügerische Anrufer ihren Opfern Geld zu entlocken.

© APA/dpa/Julian Stratenschulte

Chronik Österreich
01/09/2022

Eine Million Euro Schaden: Großer Anlagebetrug geklärt

Bisher 25 Opfer in Österreich bekannt, 200 in Deutschland und 25 in der Schweiz. Weitere werden vermutet.

Ein Kriminalbeamter der Polizeiinspektion Ried in Oberösterreich hat in jahrelanger Ermittlungsarbeit einen groß angelegten internationalen Betrug mit falschen Aktien geklärt. Allein in Österreich gehe es dabei um bisher 25 bekannte Opfer mit einer Schadenssumme von rund einer Million Euro, gab die Polizei Oberösterreich bekannt. Er berichtete von 200 bekannten Opfern in Deutschland und weiteren 25 geprellten Anlegern in der Schweiz.

300.000 Euro investiert

Eines der Opfer in Österreich habe allein 300.000 Euro in die vorgetäuschten Unternehmen investiert. Man gehe von einer hohen Dunkelziffer bei weiteren Opfern aus.

Begonnen hatten die Ermittlungen im September 2018, als ein Opfer aus dem Innviertel bei der Polizeiinspektion Ried im Innkreis den Anlagebetrug zur Anzeige brachte. Der Kriminalbeamte konnte bei seinen Ermittlungen eine international agierende Tätergruppe ausforschen, deren Kopf ein 74-jähriger deutscher Staatsbürger sein soll, der nach Portugal ausgewandert ist. Er gebe sich bereits seit 2004 als Geschäftsführer oder Präsident von Unternehmen aus und versuche mit wechselnden Komplizen, unter Vorspiegelung falscher Tatsachen Menschen zum Kauf von wertlosen Aktienzertifikaten zu bewegen, heißt es im Polizeibericht.

Börsengang vorgetäuscht

Den Anlegern, die von gut geschulten Telefonverkäufern kontaktiert werden, wird von Unternehmen erzählt, die im Bereich der Krebsforschung angesiedelt sind und die angeblich unmittelbar vor einem Börsengang stehen. Wer schnell investiere, könne von Schnäppchenpreisen und starken Wertsteigerungen profitieren, wird den Interessenten vorgegaukelt. Nach den Geldtransaktionen, die über Deutschland abgewickelt wurden, erhielten die Investoren Bestätigungen über Geldeingang und den Besitz von Stammaktien. Mit Falschinformationen wurden die Anleger immer wieder zu neuerlichen Geldleistungen gedrängt, um den Börsengang zu ermöglichen.

Wechselnde Firmennamen

Die Ermittlungen ergaben, dass die Namen der Unternehmen immer wieder wechseln, für die Umschichtungen der Aktienzertifikate wurden neuerlich Zahlungen notwendig. Die „Aktien“ waren trotz aufgedruckter Kennnummern wertlos.

Alle bisher bekannte betrügerische Unternehmungen seien von dem 74-Jährigen geleitet worden, teilte die Polizei mit. Die Organisation tritt unter den Firmennamen GenMedCare Corp., OLEVRA Lda., Schlangenfarm Schladen Ivy Venoms GmbH oder auch Ivy Biz Inc. in Erscheinung. Die Beschuldigten konnten bisher nicht festgenommen werden, sie dürften weiterhin betrügerisch tätig sein.

Weitere Opfer vermutet

Die Exekutive geht davon aus, dass es noch weitere Opfer gibt. Etwaige Betroffene sollen sich bei der Polizeiinspektion Ried im Innkreis unter der Telefonnummer 059133 4240 melden.

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