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Besorgniserregend: Dokustelle antimuslimischer Rassismus registriert Höchstwert

2025 wurden 1.684 Fälle gemeldet; 50-Jähriger erschoss im Oktober 2025 in Wien-Donaustadt seinen Nachbarn, soll "das muslimische Arschloch hat"s verdient" gerufen haben.
Eine Person mit blauem Kopftuch und weißem Schal steht vor einer Tafel mit islambezogenen Begriffen.

Die Dokumentationsstelle Islamfeindlichkeit und antimuslimischer Rassismus ortet in ihrem Jahresreport 2025 "eine besonders besorgniserregende Entwicklung".

Einerseits wurden mit 1.684 so viele Fälle registriert wie noch nie, andererseits sei unter diesen auch ein rassistisch motivierter Mord gewesen, wurde bei der Präsentation am Donnerstag betont. Von der Politik fordert die Stelle unter anderem einen Aktionsplan gegen Rassismus.

Wie jedes Jahr betonte Dunia Khalil, dass die Zahlen nicht repräsentativ, sondern eine "Momentaufnahme" sind und die Dunkelziffer wohl weitaus höher liege. Etwas lasse sich aus den Zahlen aber erkennen, nämlich ein "eins-zu-eins"-Zusammenhang zwischen politischen Debatten und gemeldeten Fällen.

So sei der "Peak" zu Jahresende "ganz klar" auf die Ankündigung des Kopftuchverbots für unter 14-jährige Mädchen im Herbst und die "Null-Toleranz-Politik" der Bundesregierung zurückzuführen, betonte die Psychologin Rumeysa Dür-Kwieder.

Klasse sollte über Kopftuch abstimmen

Betont wurde auch, dass Betroffene von antimuslimischem Rassismus Opfer von Mehrfachdiskriminierung seien. "Wir sehen eine besondere Vulnerabilität von Frauen", sagte Hüseyin Günes von der Gleichbehandlungsanwaltschaft. Er sieht einen "dringenden Auftrag" an staatliche Stellen, ihre Bediensteten zu sensibilisieren.

Günes schilderte Vorfälle, wo Schülerinnen vor Inkrafttreten des Verbots vom Lehrpersonal aufgefordert wurden, ihr Kopftuch abzunehmen oder gar die Klasse darüber abstimmen ließen, ob das Mädchen das Kopftuch tragen darf oder nicht. Institutionelle Diskriminierung und dadurch fehlendes Vertrauen in die Institutionen würden auch zwei Studien der Dokustelle zu antimuslimischem Rassismus im Gesundheits- bzw. Justizsystem zeigen. Deshalb trägt der Bericht auch den Titel "Kein Einzelfall, sondern System".

Anstieg bei Politikern und Journalisten

63 Prozent der registrierten Fälle fanden online statt. Der Großteil der Offline-Fälle war "Verbreitung von Hass" (63 Prozent), gefolgt von Beleidigungen (11 Prozent). Physische Übergriffe wurden deutlich seltener gemeldet (11 Prozent). "Das Jahr 2025 markiert aber eine besonders besorgniserregende Entwicklung", sagte Dür-Kwieder. 

Denn neben Schüssen auf eine niederösterreichische Moschee kurz vor Weihnachten liege auch bei einem Mordfall ein antimuslimischer Tatverdacht vor. Im Oktober 2025 erschoss ein 50-Jähriger in Wien-Donaustadt seinen Nachbarn und soll bei seiner Festnahme "Das muslimische Arschloch hat"s verdient" und "Ich habe die iranische Sau umgeschossen" gesagt haben. Im März wurde er wegen Mordes zu 19 Jahren Haft verurteilt.

Angestiegen sei die Zahl der Fälle, die von Journalisten und Journalistinnen (12 Prozent) sowie Politikern und Politikerinnen (10 Prozent) ausgehen. Die Mehrheit der Täter und Täterinnen bleiben aber Einzelpersonen (71 Prozent). Allerdings seien Medien (33 Prozent) und Politik (27,1 Prozent) für den Großteil der Fälle verantwortlich.

Aktionsplan gefordert

Von der Politik fordert die Dokustelle allem voran einen Nationalen Aktionsplan gegen Rassismus. "Das Ausbleiben eines Nationalen Aktionsplanes ist mehr als ein politisches Versäumnis, es ist ein Signal", dass der Kampf gegen Rassismus keinen hohen Stellenwert genieße, urteilte Dür-Kwieder.

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