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Chronik Österreich
03/30/2020

Professoren: Semester soll nicht auf Studiendauer angerechnet werden

Damit sollen soziale Auswirkungen auf Studierenden und Lehrende abgefedert werden.

Rund 100 Universitäts-Professorinnen und -Professoren fordern in einer Petition an Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP), die Nationalratsparteien sowie die Rektoren der Unis ein "neutrales" Semester für alle Studierenden sowie viele Lehrende. Damit würde das Semester nicht auf die Studiendauer angerechnet, Regeln für die Prüfungsaktivität nicht gelten, Beihilfen weiterlaufen sowie mögliche Studiengebühren nicht erhoben.

"Damit soll zumindest ein Teil der negativen Folgen der vernünftigen Sperre von Hochschulen und Schulen abgefangen bzw. etwas ausgeglichen werden", heißt es in der Petition. Studierende hätten große Probleme wie unsicher gewordene Erwerbsarbeit, erhöhte Sorge-Verpflichtungen etwa durch die Schließung der Kindergärten und Schulen oder den Wegfall der Kinderbetreuung durch Eltern und Großeltern, unzureichende technische Ausrüstung für Online-Learning und Bibliothekszugänge etc.

Viele prekär Beschäftigte

Gleiches gelte für viele Lehrende - insbesondere für Personen mit Lehraufträgen, nur befristeten Verträgen und für in Teilzeit beschäftigte Forscherinnen. "Von ihnen wird in der Zeit der Umstellung ein besonderes Engagement verlangt, ohne dass hierfür irgendeine Form von Sicherheit geboten würde." Darüber hinaus seien viele von ihnen zusätzlich zu ihren Tätigkeiten an den Hochschulen freiberuflich oder in außeruniversitären Projekten tätig, die durch die aktuelle Krise wegbrechen.

Gleichzeitig solle aber die Lehre so weit wie möglich weiterlaufen, damit Studierende in ihrem Studium weiterkommen können. Auch die Möglichkeit, Prüfungen zu machen, soll es weiter geben - Lösungen dafür müssten gesucht werden.

Keine generelle Lösung ist es aus Sicht der Professoren aber, Präsenz-Lehre in den Sommer zu verschieben. Das soll zwar auf freiwilliger Basis möglich sein - viele Studierende wie auch Lehrende benötigten die Sommermonate aber für Erwerbsarbeit bzw. für Forschung und Publikationen.

Koordiniert wird die Petition vom Politikwissenschafter Ulrich Brand (Uni Wien). Bis Montag, 18 Uhr, wurde sie bereits von mehr als 100 Professorinnen und Professoren unterzeichnet. Hier geht es zur Petition.

ÖH will zusätzliche Toleranzsemester

Die Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH) hat bereits vergangenen Montag mindestens zwei zusätzliche Toleranzsemester für den Bezug von Studienbeihilfe, Familienbeihilfe sowie bei der Studiengebühren-Pflicht gefordert. Außerdem sollen bereits bezahlte Studienbeiträge für dieses Semester rückerstattet und die Gebühren für das kommende Semester erlassen werden.

Aufgrund des weitgehenden Stillstands des öffentlichen Lebens dürfe es zu keiner Benachteiligung von Studierenden kommen, so die ÖH. Außerdem brauche es eine gesetzliche Regelung für etwaige Prüfungsantritte in den Sommermonaten, um die im Universitätsgesetz vorgesehenen drei Termine pro Semester einzuhalten. Mit auslaufenden Studiengängen müsse außerdem einheitlich umgegangen werden. Zum Teil haben Hochschulen bereits die Fristen verlängert.

Keinesfalls dürften außerdem Studenten, die nun wieder als Zivildiener eingezogen werden oder sich freiwillig zu einer gemeinnützigen Arbeit melden, daraus Nachteile erwachsen. Diese sollten vielmehr mit Begünstigungen belohnt werden, so die ÖH. Auch für Kollegen aus Drittstaaten müssten Regelungen gefunden werden, damit Verzögerungen im Studienverlauf nicht zum Verlust des Aufenthaltstitels führen.

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