© Krankenhaus St. Vinzenz Zams/ Justina Wilhelm

Chronik Österreich
03/26/2020

Coronavirus: Ordenshaus in Zams meldet 39 positive Fälle

Das Mutterhaus der Barmherzigen Schwestern in Zams meldet 39 positive Covid-19-Fälle. Ordensfrauen und Pflegepersonal wurden isoliert.

von Kevin Kada

Das Mutterhaus der Barmherzigen Schwestern Zams (Bezirk Landeck, Tirol) ist von der Covid-19-Situation betroffen: 39 von 58 Bewohnerinnen wurden positiv getestet.

Schon am 15. März wurde das Zammer Ordenshaus komplett nach außen hin gesperrt, sämtliche Außenkontakte unterbunden. Dieser Schritt diente dem Schutz der Bewohnerinnen. Ein Teil der Ordensschwestern zählt aufgrund seiner Betagtheit zur typischen Risikogruppe.

Dennoch dürfte aufgrund der sozialen Außenkontakte schon zu einem früheren Zeitpunkt eine Infektion erfolgt sein, die erst nach erfolgter Sperre symptomatisch sichtbar wurde, wie die Krankenhaus St. Vinzenz Betriebs GmbH mitteilt.

Milder Verlauf bei Schwestern

Unmittelbar nach dem Auftauchen von Infektionsanzeichen bei den ersten Schwestern am 22. März wurden Testungen bei allen Bewohnerinnen des Hauses durchgeführt. Alle Schwestern wurden auf ihren Zimmern isoliert. Die Testergebnisse treffen nun nach und nach ein.

„Es ist absehbar, dass wir bei insgesamt 58 Schwestern und Pflegekräften rund 39 Covid-positive Fälle haben werden“, erklärt Schwester Barbara Flad, Sprecherin des Ordens der Barmherzigen Schwestern Zams.

Das Gros der pflegebedürftigen und positiv Covid-19 getesteten Ordensfrauen wird nun auf einem eigenen Stockwerk des weitläufigen Mutterhaus-Gebäudes isoliert betreut sowie in dem geografisch abgelegenen Klösterle Kronburg.

„Der Verlauf ist bei den meisten Schwestern ein milder. Es besteht derzeit bei keiner die Notwendigkeit einer intensivmedizinischen Betreuung. Sieben Schwestern werden aufgrund ihrer allgemeinen Pflegebedürftigkeit auf die Isolierstation des Krankenhauses verlegt“, sagt Schwester Flad.

Kein Kontakt zu Krankenhausbetrieb

Schwester Flad wohnt aufgrund ihrer beruflichen Tätigkeit seit Anfang März nicht mehr im Mutterhaus. Sie lebt seit gut 14 Tagen im Krankenhaus Zams, wo sie als Mitglied des Krisenstabs arbeitet. Obwohl bei ihr keine Verdachtsmomente bestanden, hat sie sich zur Vorsicht einer Testung unterzogen. Das Testergebnis vom 25. März war negativ, es liegt bei ihr somit keine Covid-19-Infektion vor.

Das Mutterhaus Zams ist Träger des Ordensspitals St. Vinzenz Zams. Mit Ausnahme der negativ getesteten Schwester Barbara Flad sind keine Schwestern mehr im Krankenhausbetrieb tätig oder zugegen. Das Wohnhaus der Schwestern liegt rund 500 Meter vom Krankenhaus entfernt. Es besteht kein physischer Transfer zwischen Ordenspersonal und Krankenhauspersonal.