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Chronik Österreich
01/23/2021

Coronavirus: Sieben Südafrika-Mutationen in Tirol

Fälle gehen auf Cluster im Zillertal zurück. Auch bei weiteren 21 Verdachtsfällen von Mutation auszugehen.

Die südafrikanische Coronavirus-Mutation ist nun auch in Tirol angekommen: Konkret lag die Mutation bei insgesamt sieben positiven PCR-Proben vor - größtenteils mit Bezug zu einem Cluster in Hochfügen im Zillertal vor, teilte das Land am Samstag mit. Am Abend wurden zwei Fälle in Innsbruck und im Bezirk Innsbruck-Land bekannt. Entsprechende Bestätigungen der AGES lagen bereits vor. Betroffen seien unter anderem Mitarbeiter der dortigen Seilbahnen, mittlerweile habe sich das Virus vor allem im vorderen Zillertal weiterverbreitet, hieß es.

Bei 21 weiteren Proben aus demselben Cluster ist laut AGES davon auszugehen, dass diese ebenfalls auf die südafrikanische Virus-Mutation zurückzuführen sind. Erstmals war die südafrikanische Mutation in Österreich Ende Dezember bei einer Person am Flughafen in Wien-Schwechat nachgewiesen worden.

Bei den weiteren positiven PCR-Proben handelt es sich um solche aus den Zillertaler Gemeinden Fügen, Fügenberg, Uderns, Hippach und Mayrhofen. "Der größte Teil der 26 Proben steht in Zusammenhang mit einem Coronavirus-Cluster, der seinen Ausgang in Hochfügen genommen hat", erklärte Elmar Rizzoli, Leiter des Corona-Einsatzstabes des Landes in einer Aussendung.

Die Betroffenen sollen laut Land zwischen dem 8. und 11. Jänner erkrankt sein. Bei allen sieben Fällen handle es sich um jeweils um abgelaufene Infektionen der südafrikanischen Virusmutation. "Im Gegensatz zu den Fällen im Bezirk Schwaz gibt es zum jetzigen Zeitpunkt keine Hinweise darauf, dass sich die Fälle in Innsbruck und Innsbruck-Land weiterverbreitet haben", wurde betont. Vier der sieben Betroffenen seien bereits wieder als genesen aus der Quarantäne entlassen worden, drei Personen befanden sich vorsorglich noch in Quarantäne, wiesen aber bereits einen negativen PCR-Test auf.

Die sieben Virus-Mutationsfälle resultieren nach Angaben des Landes übrigens aus Stichproben, die nach Auftreten der ersten Mutationsverdachtsfälle im Bezirk Kitzbühel - 1.000 an der Zahl - abgenommen und zur AGES nach Wien zur Sequenzierung geschickt wurden. Dies geschehe bei Verdacht auch mit allen anderen in Tirol gezogenen, positiven Proben.

Unklar war vorerst, wie die Virus-Mutation nach Tirol gekommen ist. Das Land betonte, dass diese laut Experten der AGES noch im Detail erforscht werden müsse. Es werde davon ausgegangen, dass die Mutation - ähnlich wie die britische Variante - ansteckender sei als das bisher verbreitete Coronavirus.

Das Land reagierte unterdessen - wie im Fall der 17 bestätigten britischen Mutationsfälle in Jochberg - mit freiwilligen, kostenlosen PCR-Massentestungen - diesmal im gesamten Bezirk Schwaz. Es würden ab sofort kostenlose PCR-Tests in den Screeningstraßen angeboten, so Rizzoli. Die Anmeldung zu diesen PCR-Testungen erfolge am Samstag über die Hotline 1450. Zudem werde eine Online-Anmeldung über www.tiroltestet.at vorbereitet.

Die Testungen im Bezirk Kitzbühel waren nicht auf großes Interesse der Bevölkerung gestoßen. Sehr wohl hingegen jene in Jochberg selbst. Dabei wurde - ebenso wie im Bezirk - keine britische Coronavirus-Mutation nachgewiesen.

Die Bergbahnen Hochfügen teilten indes in einer Aussendung mit, dass sie Freitagnachmittag von der Bezirkshauptmannschaft Schwaz über positiv getestete Fälle im Bezirk informiert worden waren. Es seien umgehend Sofortmaßnahmen ergriffen und das Skigebiet vorsorglich geschlossen worden. Alle Mitarbeiter seien dann Samstagfrüh getestet worden, dies tue man  regelmäßig. Man wolle Klarheit haben. Nach Vorliegen der Testergebnisse - und in Absprache mit der Bezirkshauptmannschaft - werde über den weiteren Betrieb entschieden, hieß es.

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