© EPA/CENTERS FOR DISEASE CONTROL AND PREVENTION HANDOUT

Chronik Österreich
02/01/2020

Coronavirus: Verdachtsfälle bisher negativ

In Vorarlberg, OÖ, Wien und NÖ waren Personen isoliert worden. Ingesamt gab es bisher 30 Tests.

Entwarnung in vielen Bundesländern: Nachdem am Samstag Coronavirus-Verdachtsfälle aus Vorarlberg, Oberösterreich, Niederösterreich und auch wieder aus Wien gemeldet worden waren, ergaben die ersten Tests, dass die Personen sich nicht mit dem Erreger infiziert hatten.

Am Freitag hat sich etwa bei einem Mann in Oberösterreich der Verdacht auf das Corona-Virus ergeben, wie das Gesundheitsministerium auf seiner Homepage mitteilte. Er war von einer Reise aus Peking zurückgekehrt und wies Anzeichen einer Erkältung auf, sagte Oberösterreichs Landessanitätsdirektor Georg Palmisano.

Da die Verdachtsfallkriterien von offizieller Seite ausgeweitet wurden, habe man entsprechende Maßnahmen veranlasst. Der Oberösterreicher liegt in einem Linzer Spital - abgeschirmt. Am Nachmittag fielen die Laborergebnisse dann negativ aus.

Drei Patienten im Krankenhaus Mödling isoliert

Auch aus Niederösterreich wurden am Samstag zwei Verdachtsfälle gemeldet. Ein Mann aus dem Bezirk Baden, der sich zuvor in Shanghai aufgehalten hat, soll eine entsprechende Symptomatik gezeigt haben, teilt die NÖ Landesklinikenholding mit.

Der Mann wurde am frühen Freitagabend nach Abklärung durch den Amtsarzt ins Krankenhaus Mödling eingeliefert und dort isoliert.

Zudem wurde Samstagvormittag eine Frau eingeliefert. Die 43-Jährige war vor zwei Tagen aus China zurückgekehrt, Samstagfrüh hätte sie grippeähnliche Symptome gezeigt. Nach Bestätigung des Verdachts wurde sie ins Spital gebracht.

Dafür meldete die Landesklinikholding am Nachmittag einen dritten Verdachtsfall. Eine Frau, die zuvor in Nordchina war, zeigte entsprechende Symptome. Sie wurde ebenfalls im Krankenhaus Mödling isoliert. Hier wird das Testergebnis für Sonntagnachmittag erwartet,

Samstagmittag gab es dann in beiden Fällen Entwarnung, die Patienten konnten das Spital wieder verlassen.  In Niederösterreich sind zwei Spitäler, Mödling und das Landesklinikum St. Pölten, auf mögliche Verdachtsfälle vorbereitet.

Vier Patienten in Salzburg nicht infiziert

Indes zeigten die Tests auch, dass alle vier Personen in Salzburg, die in den vergangenen Tagen im Uniklinikum unter Beobachtung gestanden sind, sich nicht mit dem Coronavirus infiziert hatten. Wie der Sprecher der Landeskliniken, Wolfgang Fürweger mitteilte, werden die Patienten auch demnächst aus dem Spital entlassen.

Am späteren Freitagnachmittag war ein Paar im Alter von 30 und 31 Jahren in die Klinik gekommen. Die Chinesin und der Österreicher waren in Shanghai auf Urlaub. Beide kamen von selbst mit leichten Atembeschwerden zur Notaufnahme. Donnerstagabend war ein Salzburger Ehepaar mitte 50 ins Krankenhaus gegangen, nachdem die Frau nach einem Aufenthalt in Peking über Kreislaufprobleme und Durchfall geklagt hatte. Alle Verdachtsfälle kamen auf die Isolierstation der Uniklinik für Innere Medizin III.

Verdacht in Vorarlberg nicht bestätigt

Am Samstag bekam dann auch Vorarlberg einen ersten Corona-Verdachtsfall. Die betroffene Person wurde isoliert, Blut- und Abstrichproben wurden zur Untersuchung an das Virologische Institut nach Wien geschickt. Laut Landessanitätsdirektor Wolfgang Grabher handelt es sich um eine Reiserückkehrerin aus China, die über die typischen Symptome klagte. Am Samstagabend dann die Entwarnung: Auch diese Probe wurde negativ auf den Coronavirus getestet. Die Patientin konnte somit aus dem Landeskrankenhaus Hohenems entlassen werden.

Neuer Verdachtsfall in Wien

Selbiges gilt auch für Wien, wo am Samstag ebenfalls ein weiterer Coronavirus-Verdachtsfall bekannt wurde. „Es handelt sich um eine junge Österreicherin, die sich 15. und 30 Jänner in der Nachbarprovinz von Wuhan aufgehalten hat“, sagte ein Sprecher von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker.

Die Frau sei mit grippeähnlichen Symptomen ins Kaiser-Franz-Josef-Spital aufgenommen worden.

Laut Stefan Spielbichler von Notruf NÖ, die in Niederösterreich die Rettungseinsätze disponieren, würden sich derzeit vermehrt Menschen unter 144 melden, die sich zuvor im asiatischen Raum aufgehalten hätten und nun besorgt seien, an dem Coronovirus erkrankt zu sein. Vielfach könnte die Sorge aber am Telefon bereits ausgeräumt werden.

Denn um überhaupt zum Verdachtsfall zu werden, müssen Betroffene sowohl Fieber als auch Atembeschwerden und grippeähnliche Symptome aufweisen. Dazu müssen sie sich innerhalb der vergangenen zwei Wochen in China aufgehalten haben. So lange ist nämlich die Inkubationszeit.

Keine bestätigten Fälle bisher

Laut Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) wurden mittlerweile bereits 30 Personen nach Verdachtsfällen getestet - bisher alle negativ. "Aktuell sind mit heute 10.00 Uhr fünf Verdachtsfälle in Überprüfung", berichtet er. Grund zur Panik bestehe nicht.

Anschober appelliert vielmehr sich gegen die Grippe impfen zu lassen. Denn: "Mittlerweile geht die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bereits von 149.000 Erkrankungen an Grippe und grippeähnlichen Erkrankungen in Österreich aus."

Erkrankten ist zu empfehlen, bei hohem Fieber den Arzt zu kontaktieren und zuhause zu bleiben. Wer wegen des Coronavirus besorgt ist, kann ab Montag wieder die extra eingerichtete Hotline der AGES mit der Nummer 0800 555 621 kontaktieren. Zuletzt wurden dort täglich die Anliegen von rund 200 Anrufern besprochen.

Zahl der Fälle in China steigt auf 11.791

Die Zahl der Infizierten iin China ist auf 11.791 gestiegen. Mit 46 neuen Todesfällen sind 259 Menschen an der Lungenkrankheit gestorben, wie die chinesische Gesundheitskommission am Samstag in Peking berichtete. Danach kamen allein in der schwer betroffenen Krisenprovinz 45 Tote und 1.347 neue Virusfälle hinzu, so dass dort jetzt 7.153 Patienten gezählt wurden.

Um Deutsche aus der Provinzhauptstadt Wuhan herauszuholen, landete Samstagfrüh das Flugzeug der Luftwaffe nach einem mehr als zehnstündigen Flug auf dem Flughafen der Metropole. Es soll bis zu 130 Menschen ausfliegen - nach früheren Angaben rund 90 Deutsche und etwa 40 andere Staatsbürger. Die Rückkehrer sollen am Samstagmittag in Frankfurt landen und dann für etwa 14 Tage in die Südpfalz-Kaserne am Rande von Germersheim in Quarantäne gebracht werden.

150 Infektionen außerhalb Chinas

Außerhalb der Volksrepublik China sind in rund 25 Ländern rund 150 Infektionen gezählt. In Deutschland, wo sich erstmals auch ein Kind angesteckt hat, stieg die Zahl auf sieben. Der Vater ist ein infizierter Mann aus dem Landkreis Traunstein. Wie das bayerische Gesundheitsministerium am Freitagabend in München mitteilte, wurde zudem bei einem Mann aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck die Lungenkrankheit bestätigt. Er arbeitet wie die ersten fünf Infizierten in Deutschland beim Autozulieferer Webasto.

Österreicher werden ausgeflogen

Sieben Österreicher, die sich in der Krisenprovinz Hubei aufhalten, sollen mit einer französischen Maschine ausgeflogen und über Frankreich voraussichtlich am Sonntag nach Österreich zurückkehren. Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP) dankte in der Nacht auf Samstag der französischen Regierung "für die exzellente Kooperation. Das ist gelebte europäische Zusammenarbeit!"

In Österreich gibt es bisher keinen bestätigten Fall: Für einen siebenten Verdachtsfall in Wien gab es ebenso eine Entwarnung wie für einen Verdachtsfall in Kärnten. Offen waren noch zwei weitere Corona-Verdachtsfälle in Salzburg. Das Paar wurde aus Sicherheitsgründen auf die Isolierstation der Salzburger Landesklinik gebracht.