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Wie ein Baukonzern als Tragekonstruktion für die Kunstszene agiert

Das Künstlerhaus zeigt noch bis 7. Juni Highlights aus der Strabag-Sammlung: „Im erweiterten Raum“
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Bei Gunter Damisch (1958–2016) berühren sich zwei Gefäße, die beträchtliche Teile des jüngeren österreichischen Kunstgeschehens speichern: Der Maler war 1996 eigentlich schon zu arriviert, als der Baukonzern Strabag ihm seinen auf Nachwuchs fokussierten Kunstpreis verlieh. Er bekam ihn trotzdem.

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In der Schau „Im erweiterten Raum“ im Künstlerhaus (bis 7. 6.) hängen nun Damisch-Werke der Strabag-Sammlung neben solchen, die einst dem Unternehmerpaar Essl gehörten und nun als Dauerleihgabe der „Familiensammlung Haselsteiner“ in der Albertina bewahrt werden.

Ansonsten aber ist die von Clemens Haselsteiner gemanagte, als „Strabag Art“ gebrandete Firmensammlung eine eigenständige Einrichtung, dessen Rolle in der heimischen Kunst-Infrastruktur durchaus zu würdigen ist: Der „Strabag Art Award“ war und ist für viele Künstlerinnen und Künstler eine Trägerrakete in eine internationale Karriere, durch kontinuierliche Ankäufe stützt der Konzern die Prämierten längerfristig.

Wie die Schau zeigt, ergaben sich dabei etwa bei Robert Gabris, Maria Legat, Clemens Wolf oder Andreas Werner beachtliche Werkkonvolute – wer sich einen Überblick über das Schaffen dieser Personen verschaffen will, bekommt ihn hier.

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Das eigentliche Biotop der Werke sind freilich die Firmenräume des internationalen Baukonzerns. Wie Clemens Haselsteiner sagt, mache sich die Kunst im Betriebsklima bemerkbar, sie sei aber auch ein Asset im Rennen um das beste Personal: ein Signal, das andere Unternehmen ruhig beherzigen dürfen.  

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