Nach Attacken auf Bahn-Personal: Mehr Zusammenarbeit mit Polizei

Bei einem Round Table wurden Sicherheitsmaßnahmen augearbeitet. Der Ausbau von Body-Cams ist angedacht.
ÖBB, Westbahnhof

Die Bahn will nach wiederholten Übergriffen auf Bahnpersonal die Zusammenarbeit mit der Polizei ausweiten. Das wurde bei einem Round Table zur Sicherheit von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern am Mittwoch beschlossen. 

Ein diskutierter Zehn-Punkte-Plan sieht neben erhöhtem Personalansatz, der Intensivierung von Deeskalations- und Situationstrainings auch den erweiterten Einsatz von Bodycams vor.

An dem Round Table nahmen Vertreter des Innenministeriums, des Infrastrukturministeriums, des ÖBB-Managements, der Gewerkschaft vida, der Westbahn sowie Betroffene teil. Gemeinsam diskutierten sie konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit für das Bahnpersonal. 

Übergriffe würden sich in Österreich wie auch international auf einem konstant hohen Niveau bewegen und ein ernsthaftes Problem darstellen, teilten die ÖBB am Donnerstag in einer Aussendung mit. Das Aggressionspotenzial im öffentlichen Raum mache deutlich, dass umfassende Strategien und konkrete Maßnahmen notwendig sind, hieß es darin.

Für Übergriffe gibt es unterschiedliche Anlässe. Heikel sei es immer dort, wo Personen angesprochen werden, konkretisierte ein Sprecher der ÖBB. Die Ticketkontrolle in Zügen nannte er hier ebenso wie diverse Kontrollen auf Bahnhöfen.

Kein Platz für Gewalt

"Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind die wichtigste Ressource unseres Unternehmens. Die Sicherheit unserer Kolleginnen und Kollegen hat für uns oberste Priorität - jeder einzelne Übergriff ist einer zu viel", wurde ÖBB-CEO Andreas Matthä zitiert. "Gewalt und Übergriffe am Zug haben in keiner Form Platz. Sicherheit für alle im Bahnverkehr - Reisende und Mitarbeitende - hat höchste Priorität", ergänzte Westbahn-Geschäftsführer Thomas Posch.

Ergebnis des Treffens am Mittwoch ist ein Zehn-Punkte-Plan, den man nun weiter verfolgen will. Er setzt sowohl in der Prävention an als auch beim verbesserten Erkennen von Gefahren, beim unmittelbaren Schutz und bei der Intervention.

 Der Plan sieht vor, die Zusammenarbeit mit der Polizei zu vertiefen - unter anderem durch gemeinsame Streifen zur Erhöhung der sichtbaren Präsenz in Zügen und auf Bahnhöfen. Weiters sollen gemeinsame Kampagnen ausgeweitet werden.

Erhöhter Personaleinsatz

Ein erhöhter Personaleinsatz soll Übergriffen ebenso vorbeugen wie die persönliche Ausrüstung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Bereits seit mehreren Jahren sind bei Service- und Kontrollteams Body-Cams im Einsatz, hier soll eine neue Generation von Kameras vermehrt zum Einsatz kommen, hieß es von den ÖBB.

"Entscheidend ist jetzt, dass in einem ersten Schritt durch organisatorische Maßnahmen mehr Personal und sichtbare Polizeipräsenz in den Zügen eine spürbare Verbesserung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eintritt", sagte Roman Hebenstreit, Vorsitzender der Gewerkschaft vida.

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