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Chronik Österreich
08/30/2019

AS Roma muss den Eichen weichen

Der Wolfsberger AC muss für seine Europa-League-Spiele in das Liebenauer Stadion in Graz siedeln.

Der Wolfsberger AC ist der erste Fußballverein Kärntens, der bei einem internationalen Bewerb mitspielt Gestern, Freitag, wurden die Gegner in der Europa League ausgelost. Diese tragen durchaus berühmte Namen: AS Roma, Borussia Mönchengladbach und den angeblichen Lieblingsverein des türkischen Staatschefs Recep Tayyip Erdogan Istanbul Basaksehir. Doch die kommen nicht nach Kärnten, sondern nach Graz ins Liebenauer Stadion.

Das lässt die Wogen bei der WAC-Anhängerschaft hochgehen. So mancher findet es im Internet gar „zum Speiben“.

Bäume statt Fussball

Denn im Klagenfurter Wörthersee-Stadion, das sich eigentlich anbieten würde, sieht man das Spielfeld vor lauter Bäumen nicht mehr. In der Arena steht nämlich zum Zeitpunkt der Spiele die Installation „For Forest oder die unaufhörliche Anziehungskraft der Natur“. Sie stammt von Künstler Klaus Littmann und ist ab 8. September zu sehen.

Er hat es sich zum Ziel gesetzt, die Zeichnung „Die ungebrochene Anziehungskraft der Natur“ des österreichischen Künstlers Max Peintner umzusetzen. Auf dieser Zeichnung ist ein ausverkauftes Stadion zu sehen, dessen Besucher einen Wald am Spielfeld bewundern.

Nach langer Suche nach einem geeigneten Stadion war Littmann in Klagenfurt fündig geworden.

In Kärnten wurde über dieses Projekt danach groß und breit diskutiert. Dass der WAC ausweichen muss, rief immer wieder Kritiker auf den Plan. Es war eines der Argumente gegen die Installation. Andere wiederum sahen eine Verschwendung von Steuergeldern.

Der WAC selbst sieht die Stadionfrage eher gelassen. „Das Thema ist für uns eigentlich gegessen, seitdem klar wurde, dass wir in die Steiermark ausweichen. Wir freuen uns auf die Spiele in Graz“, erklärt der Pressesprecher des WAC.Anders sieht das die FPÖ. Die stopft das Sommerloch durch Kritik an dem Projekt.

So bezeichnet Landesparteiobmann Gernot Darmann den Tag als „Blamage für Landes-, und Stadtregierung.“ Der Klagenfurter Vizebürgermeister Wolfgang Germ (FPÖ) ist ebenfalls empört über den „unbezahlbaren Werbewert, welcher nach Graz “ wandert.

Filmverbot

Über Werbung ganz anderer Art ist man bei dem Projekt „For Forest“ wenig erfreut. Es hatte die Weitergabe von Video- und Foto-Aufnahmen des Projekts in der Aufbauphase untersagt und Strafen von 20.000 Euro angekündigt. Vor einer Woche tauchte ein illegal aufgenommenes, zwölf Sekunden langes Video auf, das über diverse Kanäle verbreitet wurde.

Ob es jetzt tatsächlich zu juristischen Schritten kommen wird, ist derzeit aber noch unklar. Dazu Sprecherin Ana Berlin so: „ Wir haben im Moment alle Hände voll zu tun.“ Von der Seite des Veranstalters werde natürlich versucht, den Unbekannten Filmer auszuforschen.

Diesem wurde bereits juristische Hilfe von einem weiteren Gegner des Projektes zugesichert. Der bekannte Anwalt Alexander Todor-Kostic meint dazu: „Dieses Filmverbot ist nicht ansatzweise vom Urheberrecht gedeckt. Falls sich der Unbekannte meldet, vertrete ich ihn kostenlos.“