Vorbereitungen für die Wiedereröffnung der Volksschule Guntramsdorf

© Kurier / Jeff Mangione

Chronik Österreich
06/10/2020

30 Privatschüler in Quarantäne: Eltern üben Kritik an Behörde

Nach einem Corona-Fall im Gymnasium der Dominikanerinnen müssen Jugendliche und Mitarbeiter 14 Tage zu Hause bleiben.

von Markus Strohmayer

Nach zuletzt mehreren Corona-Fällen in Wiens Kindergärten und Schulen wurde nun die Infektion einer Lehrkraft im Gymnasium der Dominikanerinnen in Wien-Hietzing bekannt. Knapp 30 Schüler und zehn Mitarbeiter müssen als Folge dessen seit vergangenem Donnerstag der Schule fernbleiben. Die Schule habe laut einer betroffenen Mutter zwar alles richtig gemacht. Die Reaktion der Gesundheitsbehörde sei hingegen sehr spät erfolgt und habe einige Fragen aufgeworfen.

Demnach seien die Erziehungsberechtigten von der Schule zwar sofort aufgefordert worden, ihre Kinder bis auf Weiteres in häuslicher Quarantäne zu betreuen, von der zuständigen MA15 (Gesundheitsdienst der Stadt Wien) seien hingegen teils widersprüchliche Informationen gekommen – besonders in Bezug darauf, wie diese Quarantäne auszusehen habe. Tatsache ist, dass die Lehrkraft seit Donnerstag weiß, dass sie positiv ist. Seit Donnerstag wissen auch die Eltern der Kinder aus den zwei betroffenen Klassen Bescheid. In Quarantäne mussten all jene, die näheren Kontakt mit der infizierten Lehrkraft hatten – darunter auch die Schuldirektorin.

Ein Schreiben der MA15, dass die Betroffenen in Quarantäne müssen, sei allerdings erst diesen Dienstag, also fünf Tage nach der positiven Testung der Lehrkraft, gekommen. Beim Krisenstab der Stadt Wien relativiert man die Situation. Demnach hätte es bereits am Freitag eine telefonische Information durch den Amtsarzt und eine Testung der Schüler und Lehrer gegeben. Damals soll auch eine mündliche Quarantäneweisung ausgesprochen worden sein.

Keine Ansteckungen

Eine Mutter, die anonym bleiben möchte, entgegnet, dass Eltern teils unterschiedliche Anweisungen bekommen hätten. Seitens Krisenstabs hieß es, man werde sich das im Detail ansehen. So könne es eventuell sein, dass bei der Benachrichtigung über die Testergebnisse am Sonntag – sie waren allesamt negativ – durch das Rote Kreuz Verwirrung entstanden ist. Dass die schriftlichen Ergebnisse mitunter erst einige Tage später kommen, sei aber normal.

Diese schriftliche Information enthielt übrigens auch die Aufforderung, dass Geschwister der Kontaktpersonen dem Unterricht fernbleiben sollen. Beim Krisenstab weist man allerdings darauf hin, dass die Schulen über dieses Vorgehen Bescheid wüssten, um so die Eltern unmittelbar in Kenntnis zu setzen – was in Hietzing auch passierte.

„Ich streite nicht ab, dass bei der Behörde alle sehr bemüht und freundlich waren, aber nach bald drei Monaten Ausnahmesituation würde man sich doch ein etwas koordiniertes Vorgehen wünschen“, meint ein Elternteil.

Hinweis: In einer früheren Version dieses Artikels hieß es, die erkrankte Lehrkraft wurde am Mittwoch getestet - dabei handelte es sich aber um ein Missverständnis. Wir entschuldigen uns für den Fehler.

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