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Chronik Österreich
11/11/2021

Corona-Regeln: Nicht geimpft, nicht genesen - aber gesegnet?

Staatliche Verordnungen gelten nicht automatisch für Religionsgemeinschaften: Die Bischofskonferenz berät derzeit.

von Elisabeth Holzer

Seit Montag sind alle Menschen ab 15 Jahren, die nicht vollimmunisiert sind, von jedem Freizeitvergnügen ausgeschlossen: Ohne 2-G, also geimpft oder genesen, gibt es kein Training im Fitnesscenter, keinen Haarschnitt beim Friseur und kein Schnitzerl im Gasthaus.

Allerdings steht jener Gruppe eine Art der Freizeitgestaltung wohl weiterhin offen: Gottesdienste.

Schon von der zuvor ab 15. September bundesweit geltenden 3-G-Regel (geimpft, genesen oder getestet) waren Kirchenbesucher ausgenommen, dafür kehrte die FFP2-Maskenpflicht in die Kirchen zurück. „Um niemanden von der Feier öffentlicher Gottesdienste von vornherein auszuschließen, ist die Teilnahme weiterhin ohne den Nachweis einer geringen epidemiologischen Gefahr möglich“, legte die Bischofskonferenz in der Rahmenordnung für kirchliche Veranstaltungen fest. Denn Religionsgemeinschaften sind nicht den staatlichen Corona-Verordnungen unterworfen, jedenfalls nicht automatisch.

Vereinbarung lief aus

Im bisherigen Verlauf der Pandemie schlossen sie sich aber den Maßnahmen des Staates an. Zwischen Bundesregierung und Bischofskonferenz der katholischen Kirche gab es zudem eine konkrete Vereinbarung, die etwa das völlige Aussetzungen öffentlicher Messen, die Übernahme der Abstandsregeln oder Quadratmetervorschriften pro Person betraf. Die letzte dieser Vereinbarungen lief am 30. Juni aus.

Derzeit berät die Bischofskonferenz, wie denn nun mit 2-G umzugehen sei; die Tagung dauert noch bis Donnerstag. Danach werde die Öffentlichkeit – spätestens am Freitag – informiert, hieß es seitens der Bischofskonferenz. Die Richtung scheint aber klar: „Religion ist ein Grundbedürfnis“, betonte ein Sprecher. „Wir vergleichen unsere Regeln daher eher mit jenen, die für die Deckung der Grundbedürfnisse gelten.“ Das meint also FFP2-Pflicht im Supermarkt oder öffentlichen Verkehrsmitteln für alle Kunden, unabhängig davon, ob sie geimpft oder genesen sind.

Für Pfarrer gilt 3-G

Abseits der Gottesdienste gelten freilich die staatlichen Maßnahmen auch auf Kirchengrund: Zutritt zu Bibelrunden oder zu einer Veranstaltung in einem Bildungshaus erfolgt nach der 2-G-Regel, ebenso gelten die Gastronomieregeln im Pfarrcafé. Auch die 3-G-Pflicht am Arbeitsplatz greift, nicht nur für Mitarbeiter im Pastoralamt , sondern auch für die Geistlichen selbst.

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