Studie zeigt: 2027 wird Wohnraum in Oberösterreich knapper

485 Wohnbauprojekte mit 11.000 Einheiten zwischen 2024 und 2026: Gewerbliche und gemeinnützige Angebote ausgeglichen.
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Ein Blick in die Zukunft ist nicht nur spannend, sondern in diesem Fall auch wichtig für die Wirtschaft: Wie baut Oberösterreich 2026? Die neue Studie von Exploreal im Auftrag der Wirtschaftskammer OÖ, Fachgruppe der oö. Immobilien- und Vermögenstreuhänder, sowie der Gemeinnützigen Bauvereinigung, zeigt: Es wird knapp.

Aktuell sind im Land noch einige Großprojekte am Fertigwerden, 2027 sieht es dann auf dem Wohnungsmarkt schon ein wenig trister aus: Es ist mit einem deutlichen Rückgang um rund 1.000 Wohneinheiten zu rechnen.

485 Projekte mit 11.000 Wohneinheiten, die in den Jahren 2024 bis 2026 errichtet wurden bzw. werden, wurden ausgewertet. "Entgegen den bundesweiten Trends könnten wir den Markt in Oberösterreich trotz aller Schwierigkeiten halten, gewerblich wie gemeinnützig", sagt Fachgruppen-Obmann Mario Zoidl.

Hohe Finanzierungshürden

Warum es kommendes Jahr zu einem Absturz der Zahlen und somit zu weniger frisch verfügbarem Wohnraum kommen wird, erklärt er vor allem mit Finanzierungshürden: "Die sind für Bauträger und Kunden gleichermaßen sehr hoch." Es wären bereits fertig geplante und konzipierte Bauprojekte in der Lade, wenn sich die Bauträger aber nicht sicher sind, dass sie entsprechend Mieter oder Käufer finden, warten sie lieber zu. Zu hoch sei sonst das finanzielle Risiko, so der Experte.

Teures Leben

Ein Problem sei auch die KIM-Verordnung, die zwar bereits ausgelaufen, aber von Banken noch immer inoffiziell in gewohnter Form weitergeführt werde. Zudem würden die Lebenshaltungskosten immer teurer, sodass die Menschen weniger Geld in Eigentum investieren können und wollen.

Was den Wohnbau, speziell im gemeinnützigen Bereich, stark vorangetrieben hat, ist die neue Nachverdichtungsverordnung, die sich konkret auf Aufstockungen auf und Einbauten in bestehende Gebäude bezieht. 

"Wir bauen jedes Jahr rund 2.000 geförderte Wohnungen, letztes Jahr waren es bereits 577 in der Nachverdichtung. Das macht Sinn", sagt Robert Oberleitner, Obmann der oö. Landesgruppe der Gemeinnützigen Wohnbauvereinigung. 

Das durchschnittliche, oberösterreichische Wohnbauprojekt umfasst übrigens 23 Einheiten bei einer Durchschnittsgröße von 73,8 Quadratmetern, in Linz sind es 60,9 m2. Der Wunsch nach Freiräumen wie Loggia, Balkon oder Eigengarten kann mittlerweile zu 98 Prozent erfüllt werden. 

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