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Wenn das Handy klingelt

Ich erzähle oft und gern von unserem Puppentheater, über Erfolge, über Glücksmomente, aber auch über kleine Missgeschicke. Von Christa Koinig.
Seppy

Aber nicht nur auf der Bühne, sondern auch im Zuschauerraum passiert so einiges. Wie neulich. Da sprang eine Dame ganz aufgeregt auf, denn sie hatte sich irrtümlich auf ihre eigene Handtasche gesetzt. Und genau in diesem Moment begann ein Handy zu klingeln. Dazu muss ich sagen, wir ersuchen das Publikum immer, das Handy auf lautlos oder ganz auszuschalten.

Ein paar Köpfe drehten sich und Blicke wanderten suchend durch die Reihen. Die Dame setzte sich rasch wieder, das Handy klingelte munter weiter. Wir auf der Bühne versuchten, das Geklingel zu überhören, aber es war zu laut. Und in unsere Handlung passte es gerade auch nicht, denn es war der Schmetterling dran, der gerade ein leises, zärtliches Lied zum Besten gab.

Sich vom Allerwertesten erheben

So warteten wir ab, ob ein lautes „Hallo! Ich bin jetzt im Puppentheater“ ertönen würde, oder ob das Klingeln doch ein Ende hätte. Doch nichts dergleichen. Da sprang die nette Dame wieder auf und suchte in ihrer Jacke. „Ich hab’s doch gerade noch in der Hand gehabt“, murmelte sie vor sich hin. Das Handy aber klingelte munter weiter. Nun begann ein mittleres Durcheinander im Saal. Blicke wanderten von einem zum anderen, doch schließlich war klar: Das Klingeln kam aus der Handtasche, auf der die liebe Dame gesessen hatte. Und da musste wirklich der ganze Saal lachen. Der netten Dame war es ein bisserl peinlich. Und vielleicht dachte sie sich: Manchmal muss man sich halt von seinem eigenen Allerwertesten erheben, wenn man nicht ungewollt der Mittelpunkt sein will.

Christa Koinig ist künstlerische Leiterin des Linzer Puppentheaters.

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