Streik in 8 Ordensspitälern: 37-Stunden-Woche als Zankapfel

Sechs erfolglose KV-Verhandlungsrunden; Versorgung von Patientinnen und Patienten mit dringendem Bedarf bleibt aufrecht.
Steikende halten Transparente mit Botschaften in die Luft

Das nicht-ärztliche Personal der oberösterreichischen Ordensspitäler wird am morgigen Dienstag, 3. März, neuerlich streiken. Die sechste KV-Verhandlungsrunde am 24. Februar brachte keine Einigung der beiden Parteien.

Nachtdienste sind ausgenommen, die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit dringendem Bedarf bleibt gesichert.

Die Arbeitnehmer hatten zuletzt akzeptiert, dass die Arbeitgeber den Gehaltsabschluss des öffentlichen Dienstes (3,3 Prozent) übernehmen wollen, verlangen aber eine Arbeitszeitverkürzung. Deswegen findet am Dienstag eine öffentliche Streikversammlung am Martin-Luther-Platz in Linz statt, danach eine Kundgebung am Pfarrplatz.

Die Gewerkschaft vida stützt sich auf eine Mitgliederbefragung, an der 3.700 Mitarbeiter des nicht-ärztlichen Personals teilgenommen haben. 80 Prozent würden demnach das bisherige Angebot der Arbeitgeber ablehnen und seien bereit für einen Streik, so die KV-Verhandlerin Martina Reischenböck. 

37-Stunden bis 2028 gefordert

Bereits am 22. Jänner war an sieben der acht Häuser gestreikt worden. Arbeitszeiten seien mittlerweile in den Mittelpunkt der Bemühungen gerückt. Man habe das eigene Angebot bereits nachgebessert und könne sich eine schrittweise Reduktion auf eine 37-Stunden-Woche bis 2028 vorstellen.

Drei Beschäftigte aus den Ordensspitälern schilderten damals den Berufsalltag und sprachen die Herausforderungen im jeweiligen Bereich an. Die Zeit für den Patienten sei immer knapper, allgemeine Beschleunigung und stetige Optimierung lasse die oft nötige persönliche und auch psychologische Betreuung zu kurz kommen, hieß es. Viele der in der Mehrheit weiblichen Kollegen würden aufgrund von Überforderung in Teilzeit wechseln. Die Reduktion auf eine 37-Stunden-Arbeitswoche würde sich über die Monate aufsummieren und für eine Verbesserung sorgen.

Frau bei Protest mit Plakat in der Hand

Die Gespräche sollen fortgesetzt werden.

Offener Brief an Gesundheitslandesrätin

Mit einem offiziell an die oberösterreichische Gesundheitslandesrätin Christine Haberlander (ÖVP) überreichten offenen Brief habe man auf das „Ping-Pong-Spiel“ zwischen Arbeitgeber und der finanziell maßgebenden Landes- und Bundespolitik reagiert. Die Arbeitgeber würden sich auf den vorgegebenen finanziellen Rahmen berufen, gleichzeitig spiele die Politik den Ball wieder zurück an die Arbeitgeber, sagte Elke Hergetz von den Elisabethinen in Linz.

„Der nächste Streik in den Ordensspitälern ist fix. Und die verantwortliche Landespolitik ist offenbar paralysiert oder desinteressiert", wettert die Grüne Gesundheitssprecherin Brigitte Huber-Reiter. Auch die Beschäftigten hätten sich mit einem Brief an Landeshauptmann Thomas Stelzer und seine Stellvertreterin Christine Haberlander gewandt. 

11.300 Unterschriften

Die Forderung könne man auch im Internet nachlesen. Mehr als 11.300 Personen hätten die Online-Petition an Haberlander und Stelzer bereits unterzeichnet, die dringend notwendige Entlastung für die Beschäftigten der oberösterreichischen Ordensspitäler finanziell sicherzustellen, so Huber-Reiter.

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