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Schwindelfrei auf den Kirchtürmen

Die beiden Osttiroler Johannes Fresser und Lucas Berger sind Akrobaten auf Kirchtürmen. Von Gerhard Marschall.
Pattigham

„Schwindelfrei auf alle Fälle“, sagt Lucas Berger. „Du musst mit den Gedanken immer bei der Sache sein“, fügt Johannes Fresser hinzu. Körperliche Fitness erfordere ihr Job, Seiltechnik auch. Logisches Denken fällt ihnen ein, außerdem Hausverstand, Flexibilität.

Eingespieltes Team

Die beiden sind ein eingespieltes Team, müssen sie sein: Sie sanieren Kirchtürme. Fresser (36), gelernter Installateur und Berger (31), gelernter Spengler, sind seit April in Pattigham (Bez. Ried) stationiert. Bei Regen und Sturm haben sie ebenso in luftiger Höhe gearbeitet wie jetzt in der Gluthitze. Wetterfest müssen diese Akrobaten nicht zuletzt auch sein. Jeder Kirchturm ist anders und somit ein jedes Mal eine neue Herausforderung. Jener von Pattigham hat keine Kuppeln, verjüngt sich zum Turmkreuz hin.

Pattigham

Auf dem Kirchturm in Pattigham

Mit Kupferblech

Zuerst wurde das alte, poröse Blech abgetragen, sodann die teils verfaulten Holzrofen ausgewechselt und die Mauerbänke ausgebessert. Jetzt wird die Spitzhaube mit Kupferblech neu eingekleidet. Jedes Element wird maßgefertigt.

Johannes Fresser

Johannes Fresser

Der eine schneidet die Blechstücke zu und schickt sie per Gondel nach oben. Der andere sitzt auf einer Art Schaukel und montiert sie. Das Ganze passiert im Wechsel: einmal oben, einmal unten. Ihr Arbeitgeber, die Firma Greil in Dölsach/Osttirol, hat sich auf gerüstlose Ausführung solcher heikler Projekte spezialisiert. Das spare Zeit und Geld, wird geworben. Die Sanierung des Pattighamer Kirchturms wird dennoch rund 250.000 € kosten.

Lucas Berger

Lucas Berger

Fresser und Berger mögen ihren Job, nicht nur wegen der guten Bezahlung. Auch wegen der Ruhe und Freiheit, wie die Turmfalken mit verschmitztem Lächeln feststellen: „Oberhalb von dir is nix und koana mehr.“

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