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Chronik Oberösterreich
09/23/2020

Rote-grüne Empörung um Lohn für Corona-Contact Tracer in OÖ

Laut Stellenausschreibung für Studenten-Praktika, wie Krisenstab betonte. Laut FSG rund 700 Euro unter Mindestgehalt.

1.100 Euro brutto im Monat für einen Fulltime-Job als Contact Tracer. Über eine Stellenausschreibung des Landes Oberösterreichs für zusätzliches Testpersonal zeigten sich am Mittwoch SPÖ, die Fraktion Sozialdemokratischer Gewerkschafter (FSG) und Grüne entsetzt. "Letztklassig" und " vollkommen unverantwortlich" sagen die Roten, die Grünen betonen die "Schlüsselaufgabe" dieser Tätigkeit. Laut Krisenstab gehe es nur um Praktika für Studenten.

Für mindestens 20 Wochenstunden für maximal drei Monate werden Praktikanten u.a. zur "Unterstützung bei Contact Tracing, Vereinbarung von Corona-Tests und Bearbeitung diverser Anfragen" gesucht. Das Entgelt auf Basis von Vollzeit betrage 1.100 Euro brutto bzw. 1.500 Euro brutto, wenn auch Wochenend-, Feiertags- und Abenddienste geleistet werden.

700 Euro zu wenig

Für den FSG-Landesvorsitzenden Andreas Stangl komme dies einer Ausbeutung gleich, denn das Land bleibe rund 700 Euro unter dem laut eigenen Gehaltsgesetz festgelegten Mindestgehalt für Vertragsbedienstete. Er könne nur den Kopf "über das von Landeshauptmann Stelzer offenbar tolerierte Lohndumping" schütteln.

Der Krisenstab hingegen hielt fest, das Jobangebot entspreche den Ferialjobs mit den bisher "üblichen finanziellen Abgeltungen und natürlich den geltenden Regelungen". Jene Studenten zur Unterstützung unterschieden sich von den "im Rahmen eines ordentlichen Objektivierungsverfahrens zusätzlich rekrutierten Maturanten und Juristen", die bei ihrer befristeten Anstellung höher eingestuft sind.

1.800 Euro in Wien

Die Grüne Gesundheitssprecherin Landtagsabgeordnete Ulrike Schwarz hob hervor, dass vor allem "ausgebildete und gut geschulte Mitarbeiter für diese Arbeit notwendig seien. Es handle sich "um substanzielle Arbeit im Rückverfolgen von Infektionsketten".

Dies gehöre entsprechend entlohnt. Ihr roter Kollege Peter Binder hielt Stelzer vor: "Wenn der Kampf gegen die globale Pandemie am Geiz scheitert, ist das vollkommen unverantwortlich!" Und er verwies auf die Stadt Wien, die beispielsweise 1.831 Euro zahle.

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