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Rathke macht in Wilhering sein eigenes Theater

Ein Lebensweg kann manchmal – im wörtlichen Sinn – lang sein. Wie im Fall des Schauspielers und Theaterchefs Joachim Rathke. Von Werner Rohrhofer.
Joachim Rathke

Geboren 1962 als Sohn eines österreichischen Entwicklungshelfers in Kamerun, kommt Rathke mit drei Jahren nach Österreich.

Vorerst nach Kärnten, dann nach Linz. Nach der Matura absolviert er am Brucknerkonservatorium die Ausbildung zum Schauspieler und ist in der Folge am Linzer Landestheater und anderen Bühnen tätig.

1995 wird zum künstlerischen Schicksalsjahr. Rathke, der sich schon länger mit dem Gedanken trägt, ein eigenes Theater zu gründen, stößt durch Zufall auf das Stift Wilhering. Rathke erzählt: „Eine mir bekannte Malerin wollte im dortigen Stadel ihr Atelier einrichten, doch für die Wintermonate war ihr das zum Malen zu kalt, sie hat mich gefragt, ob ich interessiert bin. Und ich griff zu.“ Aus dem vorerst völlig leeren Stadel wird mit viel Engagement die Spielstätte des neuen „Theaterspectacel Wilhering“. 

Heuer „Ein Sommernachtstraum“

„Zuerst hatten wir nur acht Scheinwerfer, die Sessel holten wir aus der Sakristei der Stiftskirche“, so Rathke. Auch ein Team von Schauspielerinnen und Schauspielern findet sich. Und schon die erste Produktion – „Der Diener zweier Herren“ von Carlo Goldoni – wird ein voller Erfolg. Seither ist Rathkes „Theaterspectacel“ ein Fixpunkt im oberösterreichischen Kultursommer, spezialisiert auf anspruchsvolle Bühnenunterhaltung. So wie heuer mit „Ein Sommernachtstraum“ nach William Shakespeare in einer Neufassung von Doris Happl und Joachim Rathke. Premiere ist am kommenden Mittwoch.

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