Chronik | Oberösterreich
12.02.2019

Räumkommando besiegelte das Aus für den Donaubestatter

Gerichtsvollzieher zieht im Kampf des widerspenstigen Kapitäns mit der Linz AG einen Schlussstrich.

Mit gültigen Gerichtsurteilen in der Tasche machte der Gerichtsvollzieher im Namen des städtischen Konzerns Linz AG Dienstagfrüh wenig Federlesen: Nach einem jahrelangen Rechtsstreit begannen von Polizisten begleitete Arbeiter mit der Räumung der Liegenschaft des Linzer Wasserbestatters und Unternehmers Christian Swoboda. Nach 14 Jahren im Hafenviertel wird dem Kapitän das von ihm gepachtete Grundstück an der Hafenlände abgenommen und sein Gebäude vermutlich geschliffen.

„Das müssen die alles bezahlen. Ein Gutachten wird beweisen, dass sie im Unrecht sind“,  sagte Swoboda im KURIER-Gespräch. Wegen des gerichtlich angesetzten Räumungsbescheids sei er „zum Passagier geworden“ und untergetaucht, meinte er - hätten doch eine kürzlich angesetzte Versteigerung seiner beiden Bestattungsschiffe sogar Cobra-Beamte überwacht.

Vorwürfe

Noch immer glaubt Swoboda, dessen Schiffe niemand haben wollte, nachweisen zu können, dass hochrangige Linz AG -Vertreter vor Gericht Falschaussagen gemacht hätten. In dem 1400 Quadratmeter großen Gebäude seien mit Wissen der Linz AG mehrere, und nicht wie behauptet, nur ein Unternehmen untergebracht gewesen. Eine Zwangsräumung hätte damit nicht durchgeführt werden dürfen. Die Räumung sei nicht von der Linz AG, sondern vom Gerichtsvollzieher in die Wege geleitet worden, erklärte Konzernsprecherin Susanne Gillhofer. die persönlichen Sachen Swobodas würden aus der Liegenschaft geräumt und verwahrt. "Das ist eine sensible Sache, sagte sie.

Die Linz AG, die für den Hafenbetrieb verantwortlich ist, nannte in der Vorwoche jahrelange Mietvertragsverletzungen durch die Firma Swobodas als Grund für die gerichtlichen Auseinandersetzungen. Der Mietvertrag sei schon im Juli 2015 nicht verlängert worden. Zudem habe man dem Kontrahenten, obwohl die gerichtliche Räumung schon fixiert war, noch ein Ablöseangebot gemacht, ließ der städtische Großbetrieb wissen.

Ein unabhängiger Gutachter habe einen Schätzwert von 240.000 Euro fixiert. „Das Angebot wurde aus für die Linz AG nicht nachvollziehbaren Gründen nicht angenommen. Dies ist höchst unverständlich, muss aber letztlich von der Linz AG zur Kenntnis genommen werden“, hieß es in einer Aussendung. Swoboda und sein Anwalt nennen die Summe lächerlich. Der Versicherungswert des Gebäudes liege doch bei 1,8 Millionen Euro.