15 Mitglieder der Linzer Jugendbande "LML" (Symbolbild) sind mittlerweile festgenommen worden

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Oberösterreich
08/08/2019

Polizei hob "Babyface"-Bande aus: 15 Jugendliche festgenommen

Eine Jungenbande mit 43 Mitgliedern sorgte im Raum Linz für Angst und Schrecken unter Schülern. Die Polizei griff durch.

von Wolfgang Atzenhofer

Andere Kinder und Jugendliche, die sie bedroht und teilweise beraubt haben sollen, gehörten zu den Opfern einer rund 43-köpfigen Jugendbande, die im Raum Linz ihr Unwesen treiben soll. Erst in der Vorwoche stand ein 14-Jähriger unter anderem wegen seiner angeblichen Mitgliedschaft bei der Bande vor Gericht. Dadurch geriet das kriminelle Treiben der Gruppe wieder in den Blickpunkt der Öffentlichkeit.

Nun präsentierte die Polizei erstaunliche vorläufige Fahndungsergebnisse rund um die Nachwuchs-Gangster. Deren Strafregister hat längst nichts mehr mit Lausbubenstreichen zu tun. 15 Festnahmen und rund 100 Delikte zeugen davon.

„Leben Mit Loyalität“

Die Jugendlichen selbst hatten sich den Namen LML-Bande gegeben. Dieser wird bei Schülern im Raum Linz, Traun oder Pasching mit Schlägen, Bedrohung und Einschüchterung gleichgesetzt. Was genau hinter dem Namen „Leben Mit Loyalität“ steckt, ist für Kriminalisten noch immer ein Rätsel. Innerhalb der Sonderkommission, die das Linzer Stadtpolizeikommando auf die Bande ansetzte, wurde den Burschen jedenfalls der Name „Babyface“ verpasst.

Doch die Delikte, die auf das Kerbholz der Jungendlichen gehen sollen, sind weniger niedlich. Raub, Diebstahl Erpressung oder Nötigung sollen an der Tagesordnung gestanden haben. „Geld oder Gegenstände zu erbeuten ist aber nicht das Hauptthema. Es geht darum, auf Schwächere Druck und Macht auszuüben“, heißt es bei der Polizei.

"Führungskräfte" in Haft

Innerhalb der Bande, deren Mitglieder verschiedenen Nationalitäten angehören, wurden acht Mitglieder ausgeforscht, die unter 14 Jahre alt und somit nicht strafmündig sind. Weiters konnten etwa fünf 14-Jährige, dreizehn 15-Jährige, drei 17-Jährige und vier 19-Jährige ausgeforscht und angezeigt werden. Etliche „Führungskräfte“ sind vor Gericht auch schon verurteilt worden und befinden sich in Haft.

Eines ihrer Opfer, eine elfjährige Schülerin, sagte in der Vorwoche als Zeugin vor Gericht aus. Sie wurde zweimal auf einem Spielplatz von fünf Bandenmitgliedern überfallen. Trotz Schlägen und Einschüchterungen gab sie weder Geld noch Handy her. Vom Richter erntete sie für die Zivilcourage Lob.