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Schüsse mit Weltkriegswaffe: Drei Tote vor Linzer Gasthaus

Ein Mann soll erst seine Familie und anschließend sich selbst getötet haben. Die Tatwaffe dürfte er illegal besessen haben.
Polizei Linz

Mehrere Schüsse hallten am frühen Donnerstagnachmittag  durch die Straßen von St. Magdalena, einem nördlich der Donau gelegenen Stadtteil von Linz. Tödliche Schüsse, wie sich kurze Zeit später herausstellte, als drei Personen leblos vor dem Gasthof Lüftner aufgefunden wurden. Es folgte ein Großaufgebot der Polizei, eine weiträumige Absperrung im Bereich der Klausenbachstraße und ein stundenlanger Einsatz.

Polizei Linz

Donnerstagmittag fielen tödliche Schüsse vor Linzer Gasthaus. 

Augenzeugen: Schütze vermutlich unter den Toten

Nach Informationen der Exekutive soll ein Mann zuerst seine beiden Begleiterinnen erschossen und anschließend Suizid verübt haben. Augenzeugen der Bluttat hatten gegenüber den Beamten ausgesagt, dass sich der Schütze unter den Toten befinde. 

Bei der Tatwaffe soll es sich um eine Weltkriegswaffe P39 handeln, die der Schütze wohl illegal besaß. Auch ein Abschiedsbrief wurde bei den Toten sichergestellt. In der Wohnung des Mannes fanden sich zudem zur Tatwaffe passende Munition und Magazine.

Laut Auskunft der Polizei standen die drei Personen in einem Familienverhältnis zueinander. Es habe sich um einen 88-Jährigen, seine 89-jährige Frau sowie die 61-jährige Tochter gehandelt.  Ob auch ein Abschiedsbrief gefunden worden sei, bestätigte die Polizei vorerst nicht. Nähere Informationen zum Tathergang oder zum Motiv hinter der Gewalttat wurden nicht gegeben. Auch, ob die Waffe legal besessen wurde, war zunächst unklar. Die Ermittlungen laufen.

Schweigeminute

Ein geplantes Feuerwerk am Urfahraner Frühjahrsmarkt wurde abgesagt, stattdessen soll um 21.30 Uhr eine Schweigeminute stattfinden. Der Linzer Bürgermeister Dietmar Prammer sowie Sicherheitsstadtrat Michael Raml äußerten sich schriftlich zu dem Vorfall und drückten ihr Mitgefühl aus. Der für den 11. Mai geplante Sicherheitsgipfel werde stattfinden und mit Blick auf die aktuellen Ereignisse erweitert, heißt es in dem Schreiben vom Donnerstagabend.

Tiefe Betroffenheit über mutmaßlichen zweifachen Femizid

"Abermals sind zwei Frauen durch einen Mann aus ihrem nächsten Umfeld ermordet worden", zeigten sich Justizministerin Anna Sporrer und Frauenministerin Eva-Maria Holzleitner (beide SPÖ) tief betroffen vom mutmaßlichen zweifachen Femizid in Linz. Erneut habe sich gezeigt: "Waffen gehören nicht in Wohnungen und nicht auf die Straße, nicht ungeschützt in den öffentlichen oder privaten Raum", hieß es in ihrem gemeinsamen Statement. Und sie appellierten: "Wenn Sie sich bedroht fühlen oder in Ihrem Umfeld Gewalt mitbekommen, wenden Sie sich bitte an eine der bestehenden Hilfseinrichtungen."

Für Oberösterreichs NEOS-Landessprecher Felix Eypeltauer beweist die "sinnlose und brutale Gewalttat" einmal mehr, welche "massive Gefahr für die Sicherheit" bestehe, wenn "ungeeignete Menschen Zugang zu Schusswaffen haben". Trotz erster Verschärfungen des Waffengesetzes und weiterer angekündigter Maßnahmen sprach er sich dafür aus, "den Zugang zu Schusswaffen auf ein Minimum zu beschränken".

Diese Tat führe einmal mehr auf "schlimmstmögliche Weise vor Augen, wie groß das Problem von Männergewalt gegen Frauen ist und zeigt den dringenden Handlungsbedarf, den wir hier als gesamte Gesellschaft haben", meinte die Frauenstadträtin Eva Schobesberger (Grüne).

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