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Videoüberwachung, Alk-Verbot: Sicherheitsgipfel in Linz gestartet

Ein Mord auf offener Straße im März, eine Beil-Attacke im April, ein doppelter Femizid samt Suizid im Mai: Linz will an der Sicherheit arbeiten.
Polizei Linz

Die entscheidende Botschaft platziert die Stadtregierung gleich zu Beginn: Linz ist eine sichere Stadt, die Kriminalitätszahlen lassen keine anderen Schlüsse zu.

Trotzdem wolle man auf die Vorfälle der vergangenen Monate reagieren, so Bürgermeister Dietmar Prammer, SPÖ. Aus diesem Grund fand der erste Sicherheitsgipfel unter Teilnahme von Politik, Exekutive und Fachleuten aus der Sucht- und Gewaltprävention statt.

Die Anlassfälle sind durchaus beängstigend, Sicherheitsstadtrat Michael Raml spricht davon, dass das subjektive Sicherheitsempfinden der Linzerinnen und Linzer in den vergangenen Wochen massiv gesunken sei.

Ein kurzer Rückblick:

  • Im März attackiert ein 34-Jähriger einen anderen Mann im Zuge einer harmlosen Auseinandersetzung auf offener Straße mit einem Messer, der 26-Jährige stirbt im Krankenhaus an seinen Verletzungen. Ein zweiter Mann wird schwer verletzt.
  • Im April schlägt ein Mann mehrmals mit einem Beil auf einen Sicherheitsbeamten einer Bank ein und verletzt diesen lebensbedrohlich.
  • Und vergangene Woche erschießt ein 88-Jähriger seine ein Jahr ältere Frau und seine 61-jährige Tochter vor einem Gasthaus in Linz-Urfahr. Es gab Unstimmigkeiten über die Verwendung des Erbes. Es sind dies bereits der 10. und der 11. Femizid in diesem Jahr in Österreich.

Bürgermeister Prammer erklärt, dass es schockierende Einzelfälle seien und es keine Gemeinsamkeiten zwischen den Gewalttaten gäbe, abgesehen von der einen, dass alle Täter Männer seien.

"Nach dem 1. Termin des Sicherheitsgipfel wollen wir keine vorschnellen, simplen Lösungen anbieten, sondern wir wollten vor allem die Einschätzung der Fachleute zur Sicherheitslage in der Stadt hören." Nun gehe es in Gruppen weiter, die Thematiken werden vertieft, im Herbst sollen dann verschiedene Maßnahmen präsentiert werden.

Polizei war immer schnell vor Ort

Viel Lob geht von allen Seiten an die Polizei, die Interventionszeiten bei den einzelnen Vorfällen seien sehr kurz gewesen, auch Cobra und weitere Spezialeinheiten hätten effektiv zusammengearbeitet. "Die Anzeigen stagnieren, wir haben in Linz keine ausufernden Hotspots, sondern eine normale Kriminalität", kalmiert der Stadtpolizeikommandant Klaus Hübner.

Alkoholverbot & Videoüberwachung

Die ÖVP prescht trotzdem mit konkreten Forderungen für mehr Sicherheit vor: "Ich fordere ein eigenes Drogen-Monitoring für Linz, ein Alkoholverbot am Linzer Bahnhof samt Vorplatz nach dem Vorbild des Wiener Westbahnhofs und eine Videoüberwachung bei den Haltestellen der Öffis", so Vize-Bürgermeister Martin Hajart, ÖVP.

Die Botschaft der Fachleute des Sicherheitsgipfels sei eine eindeutige gewesen: Die Grundaggression in der Bevölkerung sei generell gesteigert. Das sei unter anderem den vielen, kumulierenden Problemen zuzuschreiben.

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