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Nach Sport-Sponsoring: Linz AG auch Cash Cow für Museen der Stadt

4 Mio. Euro spendet der Konzern 2026 an Lentos und Nordico, das hat enorme steuerliche Vorteile.
Ein moderner, verglaster Bau mit spiegelnder Fassade und einem kleinen roten Kubus steht auf einer grünen Wiese.

Die Linz AG als Cash Cow für das riesige Loch in der maroden Stadtkasse und als Mega-Sponsor für Linzer Institutionen: Der KURIER-Bericht, der am Sonntag brisante Details zu den hohen Sponsoring-Beträgen an den Fußballklub Blau-Weiß Linz und an die Eishockey-Cracks von den Black Wings sowie zu einem enormen Kontingent an VIP-Tickets für die Linz AG enthüllte, hat hohe Wellen geschlagen.

Im Zuge weiterer Recherchen stellt sich nun heraus, dass auch die städtischen Museen Lentos und Nordico 2026 satte vier Millionen Euro von der Linz AG als Spende bekommen. Das sei in einem Nebensatz in einer Budgetpräsentation im Vorjahr aufgekommen, erklärt der blaue Linzer Stadtrat Michael Raml.

Steuerschonende Variante

Für die Summe gibt es keine Zweckwidmung. „Von 2005 bis 2019 spendete die Linz AG jährlich drei Millionen Euro an die beiden Kulturinstitutionen. Dann kam das Geld von der Stadt selbst. Heuer ist es wieder anders, und die Linz AG ersetzt mit 4 Millionen Euro den städtischen Zuschuss“, erklärt Gernot Barounig, kaufmännischer Direktor der Museen der Stadt Linz.

Das Budget sei in all den Jahren gleichgeblieben, alleine 2026 habe eine Wertanpassung stattgefunden. Die Gelder werden für den laufenden Betrieb verwendet. Die Linz AG könne die Spende an Lentos und Nordico außerdem steuerlich absetzen, so Barounig.

Diese Maßnahme zur Entlastung des Linzer Kulturbudgets hat aber außer der an sich schon zweifelhaften Optik einen weiteren Pferdefuß: „Hier wird die Stadt von ihrem Konzern vor Ausschüttung der Dividende bedient – und damit spart man sich die Körperschaftssteuer“, monieren Insider der Linz AG.

920.000 Euro an Steuern gespart

Damit entgehen der Finanz 23 Prozent an KÖSt – bei 4 Millionen sind das immerhin 920.000 Euro. Zudem gäbe es auch die Spendenabsetzbarkeit.

Der Linzer Bürgermeister Dietmar Prammer (SPÖ) wollte auf Fragen des KURIER, wie er als Aufsichtsratschef das überproportional hohe Sport-Sponsoring und das üppige VIP-Karten-Kontingent sieht, nicht antworten. Allgemein hieß es aus seinem Büro, dass die Linz AG ein „wirtschaftlich erfolgreiches Unternehmen der Daseinsvorsorge“ sei und durch das Kontrollamt – „ohne Beanstandungen“ – geprüft sei.

Die Neos geben sich alarmiert und werden „trotz aller Liebe zum Sport nun eine Anfrage nach dem Informationsfreiheitsgesetz stellen“, sagt der Linzer Gemeinderat Georg Redlhammer.

Ende der Ära Haider

Hinter den Kulissen ist zu vernehmen: Nach der Ära von Ex-SP-Landesparteichef Erich Haider (69), der seit 2013 Generaldirektor der Linz AG ist und noch bis 2028 einen Vertrag hätte, soll man einiges „hinterfragen“. Dass sich Kritik an ihn in Grenzen hält, hat wohl auch mit der Verteillogik der Gelder zu tun: Im Sportjahr 2024/„25 profitierten rund 90 rote (ASKÖ-)Vereine mit rund 450.000 Euro für den Breitensport, aber auch rund 70 schwarze (Union-)Sportklubs in fast ähnlicher Höhe.

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