Krebsverdacht in Linzer Spital: Arzt bestreitet falsche Diagnose
Frau wurde zu weiteren Untersuchungen gebeten
Es wird derzeit nicht ruhiger um das Linzer Kepler Uniklinikum: Nachdem im Jänner einer 30-Jährigen nach einer Fehldiagnose fälschlicherweise die Gebärmutter entfernt worden war (der KURIER berichtete, mittlerweile ermittelt auch die Staatsanwaltschaft), gibt es jetzt erneut eine Situation, die für Aufsehen sorgt.
Laut einem Bericht in der Kronenzeitung am Sonntag soll eine 54-jährige Mühlviertlerin eine falsche Krebsdiagnose bekommen haben. Es wird berichtet, dass die Frau im Jänner in ihrer rechten Brust einen kleinen Knoten ertastet habe. Ihre Gynäkologin überwies sie zum Radiologen und ins Brustkompetenzzentrum des KUK Linz. Ein Oberarzt überbrachte nach entsprechender Untersuchung im Rahmen eines Gesprächs die Krebsdiagnose. Er soll von drei großen Knoten in der Brust gesprochen haben, die sofort behandelt gehören.
Laut Medienbericht sei der Frau daraufhin schwarz vor Augen geworden, während der Mediziner den Sachverhalt weiter ausführte. Dabei wurden auch Röntgenbilder der Frau aufgerufen. Der völlig aufgelösten Mühlviertlerin sei dann aber aufgefallen, dass ihr Vorname falsch geschrieben – nämlich ein Buchstabe zu viel – war. Als sie ihn darauf ansprach, meinte der Arzt, dass seinem Kollegen offenbar ein Fehler passiert sei. Doch als A. bemerkte, dass auch der Geburtsjahrgang nicht korrekt war, meinte der Oberarzt, dass er dann wohl den falschen Akt aufgemacht habe Er hatte also zwei Patientinnen verwechselt.
"Fehler sofort erkannt"
Der entsprechende Arzt bestreitet seinerseits, jemals eine falsche Krebsdiagnose gestellt zu haben. Er räumt ein, dass er kurz den falschen Patientinnenakt geöffnet habe, aber das sei eine Sache von einer Minute gewesen. Dann sei der Fehler sofort erkannt und anhand des richtigen Akts weiter gesprochen worden.
"Fehldiagnose hat es nie gegeben"
Weil aber auch der richtige Befund der Patientin Auffälligkeiten zeigte, wurde sofort ein Termin für eine weitere Untersuchung (eine Magnetresonanz-Tomografie) vereinbart. Die hat bereits stattgefunden. "Natürlich habe ich der Patientin gesagt, dass ihr Befund suspekt, also auffällig ist. Deshalb war sie ja ins KUK überwiesen worden," wird der Arzt in den OÖN zitiert. Bei den Folgeuntersuchungen stellte sich heraus, dass es sich um keinen Tumor handelte. Dies sei der Patientin auch im Gespräch mitgeteilt worden. Zur Beobachtung müsse sie in sechs Monaten wieder zur Kontrolle kommen. Eine Fehldiagnose habe es nie gegeben, betont der Mediziner.
Derzeit sei das Spital bemüht, einen Gesprächstermin zwischen der Patientin und dem Arzt zu akkordieren, der zeitnah stattfinden soll, versichert eine Sprecherin dem KURIER. Vom KUK heißt es weiter in einer Stellungnahme, man nehme den Vorfall sehr ernst und bedauere diesen. "Im geschilderten Fall kam es bei einem Ambulanzbesuch beim Aufrufen von Daten zu einer kurzfristigen Namensverwechslung, die jedoch umgehend bemerkt und korrigiert wurde. Eine weiterführende medizinische Diagnostik oder Behandlung auf Basis unzutreffender Daten fand nicht statt", betonte das Uniklinikum.
"Uns ist bewusst, dass bereits ein solcher Moment für Betroffene verunsichernd wirken kann. Sollte eine psychologische Unterstützung gewünscht sein, bieten wir diese jederzeit an", so das Angebot seitens des Spitals.
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