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In Ried stand Österreichs erste Weißbier-Brauerei

Der Rieder Braugasthof Träger bietet klassisch österreichische Küche. Bierspezialitäten zeichnen den Wirt auf dem Rieder Roßmarkt aus. Von Josef Leitner.
Weizenbier

Der Braugasthof Träger ist ein ehemaliges Zunfthaus der Weißgerber und Brauer auf dem „Roßmarkt“ in Ried im Innkreis. Auf diesem Platz wurden früher Pferde gehandelt, daher der Name. Historische Bürgerhäuser erinnern an die erfolgreiche Vergangenheit der mittelalterlichen Marktstadt. Diese Atmosphäre findet sich auch im Braugasthof, dessen Gastzimmer sich weit in die Tiefe des Hauses erstrecken. Als Familienbetrieb in vierter Generation stehen Ramona und Christian Träger für eine klassische österreichische Küche mit Innviertler Einschlag.

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Der Braugasthof am Rieder Roßmarkt

Braumeistergulasch

Neben den typischen Innviertler Knödeln mit Sauerkraut ist das Braumeistergulasch (14,50 €) eine beliebte Speise. Es wird mit Semmelknödel, Kartoffeln, Spiegelei und Würstel serviert. Auch das Träger-Schnitzel (15,50 €) wird gerne von den Gästen gewählt. Ein gebackenes Schweinswiener wird mit Frischkäse, Schinken und Lauch gefüllt, dazu gibt es Salzkartoffeln und Preiselbeeren. Neben dem Braumeistersteak (16,90 €), einem Schweinssteak auf dunkler Rieder-Biersauce mit hausgemachten Spätzle und Gemüse, dem klassischen Backhendl (17,50 €) mit Erdäpfel- und grünem Salat und Lauch sind auch die Rock ’n’ Röllchen (11,90 €) auf knackigem Blattsalat eine Spezialität des Hauses. Schinken und Käse werden gerollt und paniert. Auch die gebackenen Champignons mit Petersilienkartoffeln (9,80 €) finden sich auf der Speisekarte.

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Das Braumeistergulasch

„Bei uns wird alles selbst gemacht. Wir verwenden keine Fertigprodukte. Das Fleisch beziehen wir vom örtlichen Metzger, das Gemüse aus Eferding,“ so Wirtin Ramona. In der heißen Jahreszeit sind kalte Speisen wie die Essigwurst (6,90 €) oder die saure Schweinsroulade (12,50 €), mit Essig und Öl serviert, gefragt. Ein Rieder Zwickelbier (5,50 €) passt gut dazu.

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Die Essigwurst ist besonders im Sommer gefragt

Braumuseum

Wirt Christian erläutert im hauseigenen Brauereimuseum, wie bedeutsam Weißbier für die Geschichte des Gasthofs war. „Mein Urgroßvater Johann Lechner hat den Betrieb 1930 gekauft und anschließend eine kleine Brauerei in das bestehende Gasthaus eingebaut. Es war dies die erste Weißbierbrauerei in Österreich. Er hatte als 57-jähriger Lehrling vorher im bayerischen Weihenstephan das Weißbierbrauen gelernt.“ Großvater und Vater haben dann ebenfalls weiterhin 300 Liter Weißbier täglich gebraut. Die Brauerei war bis 1981 in Betrieb. Später hat die Rieder Brauerei die Erzeugung übernommen. Auf kleinstem Raum ist heute im Museum die Tradition des Bierbrauens lebendig dargestellt. Es finden sich hier der Braukessel, die Abfüllanlage und eine Pressanlage für die Kronkorken der Bierflaschen.

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Das Brauereimuseum

Nach so viel Biertradition tut eine Nachspeise gut. Die Vanillecreme mit Heidelbeeren (5,50 €) und die hausgemachten Waffeln (5,50 €) munden. Diese kulinarische Qualität wird von zahlreichen Stammgästen geschätzt. „Wir haben einen Montags-Stammtisch, am Dienstag kommen die Bauern, eine Tradition von früher, als die Bauern den Grünmarkt am Hauptplatz besuchten und sich anschließend beim Wirt zusammensetzten. Beim Metzger kauften sie sich eine Jause wie Leberkäse und konsumierten Bier und Brot beim Wirt.“

Heute treffen sich auch regelmäßig Pensionisten, Turnverein, Chöre, Judoverein und die Stadtkapelle. Auch die Gäste in den 18 Zimmern im Haus, wie Arbeiter der örtlichen Firmen Fischer Ski, Wintersteiger, Scheuch oder Besucher der Rieder Messe schätzen das Angebot.

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