In den Ferien sinniere ich so vor mich hin
Seppy (re.) erkennt den Sinn
Wozu bin ich da, bin ich wichtig oder doch nicht? Eigentlich bin ich ja ein Spaßmacher. Aber ich bin kein Clown. Clowns wollen Menschen immer nur zum Lachen bringen. Sie haben ein extrem lustiges Gesicht, kleiden sich auffällig witzig und übertreiben auch sonst in allem, was möglich ist. Ich bin nur eine Puppe, die versucht, kleinen Menschen Freude zu bereiten, den Tag zu verschönen oder vielleicht von traurigen Ereignissen eine Pause zu verschaffen. Dass dabei manches nicht so klappt, wie ich es möchte, kann schon einmal vorkommen. Ich vergesse den Text, meine Haare sind strubbelig, ich nehme etwas Falsches mit auf die Bühne oder ich sage vielleicht etwas, das gar nicht so lustig ist. So wie es im echten Leben halt auch passiert.
Plötzlich ist er da
Und während ich so vor mich hin sinniere, ist er plötzlich da, der Sinn höchstpersönlich – dabei habe ich ihn gar nicht eingeladen. „Wer sucht mich?“, ruft er ganz laut. Ich glaube, ich durchschaue ihn ein bisserl, er nimmt sich einfach zu wichtig. Aber wenn er schon einmal da ist, kann ich ihn ja fragen: Muss wirklich alles einen Sinn ergeben? Da schaut er mich beleidigt an. „He! Ohne mich wäre alles nur ein großes Durcheinander.“ Doch bevor ich ihn ganz durchschaue, springt er plötzlich auf und ruft: „Ich muss weg!“ – und schon ist er wieder verschwunden. Aha… wahrscheinlich sucht gerade wieder jemand nach ihm, dem Sinn. Vielleicht reicht es ja, wenn er manchmal kurz auftaucht und genauso schnell wieder verschwindet. Vielleicht ist genau das der Sinn vom Sinn.
Christa Koinig ist künstlerische Leiterin des Linzer Puppentheaters.
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