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Großschartner trägt Pogačar zum fünften Tour-de-France-Sieg

Wenn Tadej Pogačar (27) heute zum fünften Mal die Tour de France gewinnt, hat einer am Triumph des Slowenen wesentlichen Anteil: Felix Großschartner. Von Gerhard Marschall.
Tour de France cycling tour - Stage 3

Der 34-jährige Linzer hat im UAE Team Emirates XRG die Rolle des Edelhelfers und Tempomachers für seinen Kapitän, auf dass dieser Kräfte sparen und in den entscheidenden Momenten zuschlagen kann.

Sturz auf der 14. Etappe

„Derweil ist es relativ perfekt verlaufen“, zieht Großschartner im KURIER-Gespräch kurz vor dem Finale Zwischenbilanz. „Wir sind mannschaftlich sehr stark, jeder ist bei hundert Prozent.“ Pogačar sollte der Gesamtsieg gewiss sein. Eigentlich. Doch die Frankreich-Rundfahrt ist kein gemütlicher Radausflug, überall lauern Gefahren. Auf der 14. Etappe kam der bis dahin zweitplatzierte Däne Jonas Vingegaard (29) zu Sturz und nahm einige Fahrer mit auf den Asphalt.

CYCLING-TDF-2026-STAGE 14

Großschartner in den Vogesen

Auch Großschartner, auf den zu allem Überdruss Teamkollege Isaac del Toro fiel. Die beiden konnten sich aufrappeln und weiterfahren, für Vingegaard war die Tour jedoch zu Ende. „Das ist schade“, sagt Großschartner, „Jonas war der größte Mitfavorit, das treibt uns genauso an.“ Die Tour sei stressig, weil es immer Überraschungen geben könne, erzählt Großschartner. Am Beispiel der zehnten, einer an sich eher leichten Etappe. „Du weißt, dass für das Gesamtklassement nicht viel passieren wird. Aber dann wird es sehr schnell, und du bist nicht darauf eingestellt. Das tut einfach weh.“ Das Rezept des Oberösterreichers dagegen: „Ich bin lieber der, der vorne das Tempo macht und anderen Schmerzen zufügt.“

Platz drei für Del Toro

Nach 3.320,7 Kilometern endet die Tour in Paris. Ziel ist laut Großschartner, neben Pogačars Sieg Platz drei für den 22-jährigen Mexikaner Del Toro abzusichern. Zwei Fahrer aus dem Team auf dem Podium und obendrein eventuell noch die Mannschaftswertung – „das wäre ein Wahnsinn“. Für ihn selbst seien Platzierungen hingegen „komplett egal“, sagt Großschartner. Er hat eine klare Aufgabe, die er gerne und mit Bravour erledigt. „Ich mache meinen Job, fahre danach gemütlich ins Ziel und genieße die Atmosphäre.“

Großschartner ist aber nicht nur selbstloser Zuarbeiter, sondern beweist immer wieder auch individuelle Klasse – im Flachen und auf dem Berg sowieso. Beim Einzelzeitfahren auf der 16. Etappe über 26 Kilometer landete er auf dem hervorragenden 13. Platz. Ende Juni krönte er sich in dieser Disziplin im Weißenbachtal erneut zum Staatsmeister.

Ein Koffer mit Kaffee

Ein Detail beschreibt Großschartners integrative Rolle im Team. „Ich habe alle mit meiner Leidenschaft für Kaffee infiziert“, erzählt er mit fröhlichem Unterton. Zusammen mit dem Profikollegen Michael Gogl und Ex-Radler Daniel Eichinger betreibt er neuerdings in Linz einen Kaffeeladen. Auf der Tour hat er zwei Koffer dabei, einen für Klamotten und Schuhe, einen für allerlei Kaffees, Mühle, Waage, Wasserkocher. Und so beginnen die Renntage mit kollektivem Kaffeemachen. „Ich bin eigentlich ein Riesenfan von eher ausgefallenen Sorten“, verrät Großschartner. Sein Favorit: floral-fruchtiger Kaffee aus Panama oder Kolumbien.

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