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Gogl will bei der Spanien-Radrundfahrt aufzeigen

Michael Gogl möchte als frisch gebackener Staatsmeister bei der Spanien-Rundfahrt dann und wann dem Feld enteilen. Von Gerhard Marschall.
TOUR OF AUSTRIA: 3. ETAPPE VON LIENZ BIS ST. JOHANN/ALPENDORF: GOGL (AUT)

Der Radprofi Michael Gogl hat anstrengende Wochen hinter und vor sich. Nach zwei Tagen daheim in Linz geht es nach Monaco, wo am kommenden Samstag die Vuelta mit einem Einzelzeitfahren startet. Nach 21 Etappen und exakt 3.310,6 Kilometern endet die Spanien-Rundfahrt in Córdoba, tief unten im Süden des Landes.

Unabhängig von der Strategie seines Teams Alpecin Premier Tech kennt er seinen persönlichen Plan bereits: „Nachdem ich heuer eine gute Form habe, werde ich versuchen können, auf Ausreißeretappen gute Ergebnisse einzufahren. Das ist durchaus möglich.“ Schon die Vorbereitung auf eine solche Mammuttour ist anstrengend. Gogls Team weilte zuletzt zum Höhentraining in La Plagne in den französischen Alpen. Der Sinn der Schinderei auf 2.000 Meter Seehöhe liegt darin, dass sich aufgrund von Sauerstoffmangel mehr rote Blutkörperchen bilden.

TOUR OF AUSTRIA: 2. ETAPPE VON BAD KLEINKIRCHHEIM BIS FRANZ JOSEFS HÖHE/GROSSGLOCKNER

Michael Gogl stammt aus Wolfsegg.

„Der Körper ist immer unter Stress“, weiß Gogl, „deshalb muss man vorsichtig sein.“ Dementsprechend behutsam ist der Trainingsplan ausgelegt. Letztendlich soll der Sauerstofftransport im Blut und somit die Ausdauerleistungsfähigkeit in bevorstehenden Wettkämpfen gesteigert werden. „Aber mittlerweile machen das ohnehin alle“, relativiere sich nach Ansicht Gogls der erhoffte Vorteil.

Kollisionen

Radsport ist auch gefährlich. Bei der Tour de France 2022 kollidierte Gogl mit einem unachtsamen Zuschauer und zog sich schwere Verletzungen zu. Bei der Tour Tirreno Adriatico im März wurde er von einem Begleitmotorrad abgeschossen. Die Folgen des Sturzes hätten ihn das Frühjahr über beeinträchtigt, seien mittlerweile aber überwunden. Das hat sich bei der Staatsmeisterschaft Ende Juni in Schwanenstadt gezeigt. „Endlich einmal hat es geklappt“, kommentiert Gogl seinen ersten Titel nach mehreren Anläufen. Im Zielsprint hat er den Linzer Felix Großschartner (32) niedergerungen. Sein Fahrplan zum Sieg: „Wir sind beide keine Sprintlegenden“, sagt Gogl mit süffisantem Unterton. Aber er habe gewusst, dass er leicht im Vorteil sei. Also habe er sich auf dem mehrmals zu überquerenden Philippsberg von seinem Freund nicht abhängen lassen dürfen.

In Wels gewonnen

Quasi als Draufgabe gewann Gogl, wie schon 2023, das Welser Innenstadtkriterium. Was ihn besonders freut: Als Staatsmeister bekommt er von seinem Team ein spezielles Trikot verpasst. „Ein Jahr lang mit Rot-Weiß-Rot zu fahren, ist schon cool.“ Und die Freundschaft mit Großschartner hält obendrein an. Die beiden verbindet neben dem Radsport die Liebe zu gutem Kaffee, gemeinsam betreiben sie seit Kurzem in Linz einen Laden namens Drip Coffee Culture.

Mit Susanne Walli verheiratet

Gogl stammt aus Wolfsegg (Bez. Vöcklabruck) und ist seit 2022 mit der Leichtathletin Susanne Walli verheiratet. Für ihren Auftritt bei der EM in Birmingham drückte er ihr aus der Ferne die Daumen. Mit gut 32 denkt er noch nicht an ein Karriereende: „Ich bin immer noch gerne Profi.“ Das Training mache ihm nach wie vor Spaß, sagt er: „Jeden Tag versuchen, das Beste herauszuholen, das ist eine Leidenschaft.“ Zwar sei noch nichts endgültig, aber: „Wie es ausschaut, wird es nicht meine letzte Saison gewesen sein.“

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