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EU-Berater Rübig: „Kraftwerk Hainburg gehört gebaut“

Paul Rübig, Mitglied des Wirtschafts- und Sozialausschusses der EU, will das Kraftwerk Hainburg bauen und die Gasvorkommen in Österreich und Rumänien heben. Die EU sollte die 500 Milliarden Euro, um die sie Energie jährlich einkauft, in Produktionsanlagen investieren.
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„Ich bin hier völlig ideologiebefreit“, sagt der 73-jährige Paul Rübig, der von 1996 bis 2019 dem Europäischen Parlament als Vertreter der Industrie und der ÖVP angehört hat und nunmehr Mitglied des Wirtschafts- und Sozialausschusses ist, einem 329 Köpfe umfassenden beratenden Gremium der EU-Institutionen. 

Mit dem Slogan „hart arbeiten, präzise zuschlagen“ präsentiert sich der Welser auf seiner Homepage, dem wird er im Gespräch mit dem KURIER auch gerecht. „Man muss das Donaukraftwerk Hainburg bauen, es ist dringend notwendig. Es gehört die gesamte Donaustrecke optimiert.“ Ohne den Donau-Ausbau sei der grüne Stahl der voestalpine eine Illusion. Rübig spricht aus, was viele Industrielle, die unter den hohen Energiekosten leiden, denken.

Molln bauen

Damit könne auch die Austrocknung der Hainburger Au, die ein Nationalpark ist, verhindert werden, argumentiert Rübig. Dabei ist die gewaltlose Besetzung der Au gegen das geplante Kraftwerk im Dezember 1984 gilt Startschuss für die grüne Bewegung. Doch das ficht Rübig nicht an. Er plädiert auch für die Prüfung des Baus von kleinen modularen Reaktoren, von SMR (Small Modular Reactors), wie das Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen vorgeschlagen hat.

Paul Rübig

Paul Rübig

Es sollte auch das Speicherkraftwerk des Unternehmers Kurt Bernegger in Molln genehmigt werden, meint Rübig. Österreich und die EU müssten massiv in den Ausbau der Energie investieren. Die EU gebe jährlich 500 Milliarden Euro für den Energie-Import aus, es wäre wesentlich sinnvoller, dieses Geld in die Energieproduktion zu investieren. Denn Europa werde bis 2050 drei- bis fünfmal so viel Strom wie heute benötigen, anders sei das Ziel der CO2-Freiheit nicht zu erreichen. Es müssten auch die Genehmigungsverfahren für Energieanlagen drastisch gekürzt werden, sagt der Welser. In den USA seien die Verfahren auf 28 Tage reduziert worden, auf Druck der Militärs, die den Ausbau der Rechenzentren für die moderne Kriegsführung benötigen.

Kritik an der OMV

Rübig kritisiert die österreichische OMV. Sie müsste die Gasförderung stärker vorantreiben. Das Unternehmen besitze enorme Gasfelder in Rumänien, die gehoben werden könnten. „Wir zahlen in Europa derzeit das Fünffache des Henry-Hub-Preises der Amerikaner.“ Es sollten auch die Gasvorkommen in Nieder- und Oberösterreich genutzt werden. „Wir müssen eigentlich dankbar sein, wenn überhaupt noch jemand nach Gas bohrt und die Eigenversorgung sichert.“ Rübigs Begründung: „Österreich hat das Problem, dass wir im Winter 30 bis 50 Prozent bei erneuerbarer Energie unterdeckt sind. Wir brauchen das Gas. Weder die Russen noch die Amerikaner haben das Interesse, dass wir selbst Energie produzieren.“ Europa müsse das selbst in die Hand nehmen.

Europäischer Energiemarkt

Neben einem gemeinsamen europäischen Energiemarkt, einer „unbedingten Notwendigkeit“, benötige die EU eine Entbürokratisierung. Allein in seiner letzten Periode als EU-Parlamentarier von 2014 bis 2019 seien 13.000 Rechtsakte verabschiedet worden.

Sein neues Thema ist Wasser und Wasserstoff. Die Energiespeicherung werde wesentlich über Wasserstoff passieren. Für ein Kilogramm Wasserstoff sind zehn bis 15 Kilogramm sauberes Wasser notwendig

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