Ermittlungen zu Missbrauch von Pflegheimbewohnerin

Der mutmaßliche Täter ist ein anderer Bewohner, eine Wegweisung wurde ausgesprochen.
Zwei Polizeiautos mit blau-rotem Streifen und dem Wort „Polizei“.

Eine 21-jährige Bewohnerin einer oberösterreichischen Pflegeeinrichtung soll Ende März von einem anderen Bewohner sexuell missbraucht worden sein. Das berichtete die "Krone" am Donnerstag. Die Polizei bestätigte der APA entsprechende Ermittlungen sowie die Aussprache eines Betretungs- und Annäherungsverbotes gegen den mutmaßlichen Täter, wollte sich aber zu Details nicht äußern.

Großmutter informiert

Die "Krone" beruft sich auf die Großmutter und Erwachsenenvertreterin der geistig beeinträchtigten jungen Frau. Demnach habe sich ihre Enkelin einen Tag nach dem nächtlichen Übergriff einer Pädagogin anvertraut. "Ihr wurde gezeigt, wie sie ihre Zimmertür versperren kann, und sie erhielt einen Notfallknopf, um bei Bedarf jederzeit den Nachtdienst zu kontaktieren", erklärte der Betreiber der Einrichtung im Bezirk Steyr-Land der Zeitung das übliche Prozedere.

Die Großmutter kritisierte aber, dass sie erst am übernächsten Tag von dem Vorfall informiert worden sei. Sie sei dann auf Anraten der Polizei ins Krankenhaus, dort sei ihre Enkelin aber nicht untersucht worden. "Die Behandlung und Versorgung von Patienten, welche durch Gewaltdelikte traumatisiert sind, erfolgt völlig standardisiert. Zunächst wird in einem langen Gespräch in adäquater Sprache die Notwendigkeit zur Untersuchung besprochen und bei allfälliger Ablehnung solcher Untersuchungen durch den Patienten nicht oder nicht in vollem Ausmaß durchgeführt", betonte die OÖ Gesundheitsholding gegenüber der "Krone".

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