Mit Frühlingsfrisur, ohne Geweih: Elch Emil wurde wieder gesichtet
Elch Emil ist zurück. Neue Aufnahmen zeigen Österreichs bekanntesten Grenzgänger in freier Wildbahn im Nationalpark Šumava.
Nach den langen, harten Wintermonaten sei "Emil" wieder aufgetaucht, teilte der tschechische Nationalpark auf Instagram mit. "Gute Nachrichten aus Šumava. Emil geht es gut", hieß es dazu.
Die Aufnahmen zeigen Emil in gewohnter Gelassenheit - aber mit neuem Kopfschmuck. Der junge Elch trägt derzeit nämlich kein Geweih.
Das ist freilich nicht ungewöhnlich für Elche. Sie verlieren ihr Geweih jeden Winter, nachdem der Testosteronspiegel nach der Paarungszeit im Herbst stark absinkt. Das ist das Signal für den Körper, Knochenzellen abzubauen. Das Geweih sitzt immer lockerer, bis es abgeworfen wird.
Für die Elche selbst ist das nicht schmerzvoll, es reicht oft ein kleiner Impuls, ein kurzes Reiben an einem Baum, bis das Geweih abfällt. Erst im Frühjahr wächst dann das neue Geweih - anfangs ist es weich und mit "Bast" durchbluteter Haut überzogen. Bis zum Herbst ist es dann wieder vollständig ausgehärtet und wird jedes Jahr etwas größer.
Phänomen "Emil"
Im Spätsommer des vergangenen Jahres war "Emil" aus Tschechien nach Niederösterreich eingewandert – und löste auf seinem Weg quer durch Österreich immer wieder Einsätze von Behörden sowie Störungen im Straßen- und Bahnverkehr aus.
Parallel dazu wurde das Tier in sozialen Netzwerken zum viralen Phänomen: Bilder und Videos seiner Wanderung verbreiteten sich rasant, viele Menschen verfolgten seine Route aufmerksam.
Nach wenigen Wochen wurde Emil in Oberösterreich betäubt und in die Nähe des Nationalparks Šumava gebracht, wo bereits andere Elche leben. Monate später steht fest: Das Tier ist wohlauf – und hat sich offenbar im Böhmerwald erfolgreich eingelebt.
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