Wählen Sie KURIER als bevorzugte Google-Quelle

Die SV Ried muss personell aufrüsten

Die SV Oberbank Ried hat kräftig abkassiert und muss jetzt personell nachrüsten, um den neuen Trainer zufriedenzustellen. Von Gerhard Marschall.
SV Ried

Es hatte um die 30 Grad, im Schatten. 

Auf den Sportplatz in Geinberg (Bez. Ried) prasselte die Sonne gnadenlos hernieder, als sich die verbliebenen Fußballer der SV Oberbank Ried am Dienstag zum Trainingsauftakt versammelten. Dirigiert wurden sie erstmals von Mario Despotovic.

Dem neuen Chefcoach sollte die Hitze nichts anhaben können, hat er zuletzt doch in Ägypten gewerkt. Allerdings war er beim Erstligisten Wadi Degla FC als Sportdirektor tätig, musste also nicht bei jedem Wetter auf dem Platz stehen. Vom Familiennamen des 41-jährigen Trainers auf seinen Führungsstil zu schließen, verbietet sich klarerweise. Wenngleich Despotovic zur Begrüßung gleich einmal Pflöcke einschlug: Er schätze es gar nicht, wenn Spieler pomadig an das Training herangingen, sondern erwarte, dass sie „von Anfang an alles geben“. In die Vereinsführung hat Despotovic „absolutes Vertrauen“, dass ihm eine schlagkräftige Truppe zur Hand gegeben wird.

Abgänge

Immerhin gab es einige Abgänge. Der erste Schock darüber sei verflogen, sagt Kapitän Andreas Leitner: „Jetzt freuen wir uns auf frisches Blut.“ Der 32-jährige Goalie muss um seinen Job nicht bangen, bleibt Nummer 1. Kingstone Mutandwa (23) kehrte gegen eine hübsche Abschlagszahlung zu Cagliari Calcio zurück, Antonio Van Wyk (24) zog es heim nach Südafrika zu Mamelodi Sundows. Für ihn kassierten die Rieder mehr als eine Million Euro, die höchste Ablöse in der Klubgeschichte. Für Innenverteidiger Nikki Havenaar (31), der nach Belgien wechselte, floss ebenso Geld wie für Cheftrainer Maximilian Senft (36), der samt Team nach Karlsruhe abwanderte.

SV Ried

Trainingsbeginn der SVR in Geinberg

Kurzum: Es hat kräftig geklingelt in der Rieder Vereinskasse. „Schuldenfrei sind wir nicht“, relativiert Präsident Thomas Gahleitner den sommerlichen Geldregen. Schließlich stünden größere Investitionen in das Stadion an. Aber selbstverständlich werde auch in das spielende Personal investiert. Der Ball liegt bei Sport-Geschäftsführer Wolfgang Fiala. Sechs bis sieben Neue soll er holen: zwei Innen- und einen Außenverteidiger, einen Sechser, zwei Flügelspieler, ein bis zwei Stürmer. Mit Lukas Malicsek (27) von Admira Wacker wurde bereits ein Mann für die Abwehr gefunden, Ex-Teamspieler Stefan Schwab (35) wurde als Mittelfeldstratege von Holstein Kiel geholt.

Neuer Spielstil

Weite Einwürfe, eine Rieder Spezialität, sind aufgrund einer Regeländerung weitgehend passé. Deswegen soll sich der Spielstil laut Fiala weiterentwickeln. Wie bisher mit intensivem, hohem Pressing den Gegner unter Druck setzen, zugleich aber den Ballbesitz aktiver gestalten und besser kontrollieren. Despotovic sei dafür genau der richtige Mann. Der steht derweil noch mit einem Rumpfkader auf dem Trainingsplatz, ist aber guter Dinge: „Neue Spieler sind hungrig und bringen neue Energie.“

Kommentare