Die KI und der Preis der Freiheit
Die Greinburg ist ein wunderbares Ambiente.
„Neu“ ist das Stichwort für die diesjährigen Donaufestwochen im Strudengau, die am Freitag begonnen haben und bis 15. August dauern. Neu ist mit Johannes Hiemetsberger schon einmal der Intendant der Donaufestwochen, der seine erste Programmierung unter das Motto „Musik, Räume und Menschen“ gestellt hat.
Das zentrale Projekt im heurigen Jahr ist die erstmalige „Bachoper“ mit dem Titel „Sophia – der Preis der Freiheit“, die am 1. August auf der Greinburg in Grein an der Donau Premiere hat. Dabei wird Musik von Johann Sebastian Bach einem Bühnenwerk grundgelegt, zu dem der bekannte deutsche Autor Philipp Blom das Libretto verfasst hat.
Das L'Orfeo Barockorchester
Die KI antwortet
Im Mittelpunkt steht eine Produkt der Künstlichen Intelligenz mit Namen „Sophia“. Zwischen Bach-Chorälen, Champagner und PR-Videos wird Sophia bei einem Fest mit Investoren als eine Art „künstliche Göttin“ präsentiert, die die Menschheit zu einem besseren, moralischeren und profitableren Leben führen soll. Der Chor stellt an Sophia existenzielle Fragen über Politik, Migration und den Sinn des Lebens. Die KI antwortet mit datenbasierter Weisheit, die Investoren sind begeistert. Doch bei einer ethischen Frage – wie mit einem schwerbehinderten Mädchen umgegangen werden soll – kommt die KI an die humane Grenze.
Das Mädchen töten
Sie schlägt vor, das Mädchen zu töten, weil keine Chance auf Heilung besteht. Das Ganze in Verbindung mit Bachs vielschichtiger Klangwelt. Die kompositorische Einrichtung von „Sophia – der Preis der Freiheit“ lag in den Händen von Saskia Bladt, die musikalische Leitung hatte Manuela Kloibmüller inne. Bühne und Kostüme Isabella Reder. Die Company of music arbeitete dabei erstmals mit dem L’Orfeo Barockorchester zusammen, geleitet von Johannes Hiemetsberger.
Manuela Kloibmüller
Ein weiteres wichtiges Element der Donaufestwochen ist das Projekt „Residencies“, das den Austausch der Künstlerinnen und Künstler mit dem Publikum an den verschiedenen Spielstätten der insgesamt neun Festwochen-Gemeinden zum Ziel hat. Am heutigen Sonntag ist die Pfarrkirche Münzbach Ort für einen Festgottesdienst (9.30 Uhr), musikalisch gestaltet von den Künstlerinnen und Künstlern der Donaufestwochen. Am kommenden Dienstag wird in das Stadttheater Grein zu einer Tanzperformance „Superbodies“ eingeladen (19 Uhr). Es tanzen Ulli Ullmann und Seojin Moon, Choreographie Lili Jung in Lee.
Philipp Blom
Am 31. Juli lädt die renommierte Cembalistin Sonja Leipold um 21 Uhr zu einem „Konzert bei Kerzenlicht“ in die Filialkirche Altenburg in Windhaag bei Perg. Virtuos von Antonio Vivaldi bis George Gershwin geht es am 2. August um 11 Uhr im Schloss Dornach in Saxen zu, wenn das Mobilis Saxofonquartett zu einer „Tour de Force“ bittet. Dem Prinzip der „Begegnung für Alle“ kommt das Festival auch bei diversen Angeboten für Kinder und Jugendliche nach, zum Beispiel, wenn „Happy New Ears“ angesagt sind, also offene Proben, bei denen Künstlerinnen und Künstler Einblick in ihre Arbeit und die Entstehungsprozesse ihrer Programme geben.
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