Die Fußballplätze der Unterhaus-Vereine sind ausgetrocknet
Stefan Wieser wartet den Platz von Blau-Weiß Linz: "Beim Wassermanagement passierendie meisten Fehler."
Der Saisonstart in Oberösterreichs Fußball-Unterhaus dürfte vielerorts auf ausgetrockneten, braunen Spielfeldern erfolgen. Eine flächendeckende Bewässerung aller Plätze ist zurzeit ausgeschlossen. Viele Gemeinden haben bereits strenge Sparmaßnahmen verordnet, auch für das Rasensprengen.
Den Top-Klubs wird sattes Grün allerdings zugestanden. Damit der Rasen perfekt ist, muss er regelmäßig bewässert werden. Je nach Witterung mit zwischen 21 und 25 Liter pro Quadratmeter und Woche lautet die Faustregel. Das sind für ein circa 6.000 Quadratmeter großes Spielfeld bis zu 150.000 Liter. Viel Wasser, das angesichts anhaltender Trockenheit zum kostbaren Gut geworden ist.
Bewässerungsfehler
„Die Hitze ist sehr wohl eine Herausforderung“, sagt Stefan Wieser. Pilze fänden jetzt die besten Voraussetzungen, dadurch steige für den Rasen auch der Krankheitsdruck. „Aber wir bewässern nicht blind drauflos, weil es heiß ist.“ Wieser kümmert sich im Stadion von Blau-Weiß Linz um den Rasen. Der landete bei der von der Bundesliga durchgeführten Bewertung durch Spieler und Schiedsrichter in der abgelaufenen Saison auf Platz eins. Wassermanagement sei zu jeder Zeit wichtig, sagt Wieser: „Hier passieren die meisten Fehler.“ Auch jetzt, wenn der Rasen wegen der Hitze übergossen werde. Das sei für die Pflanzen zwar angenehm, mache sie jedoch bequem. Das Wurzelwachstum werde nicht angeregt, was den Rasen weniger stabil mache. „Den Platz grün zu machen ist schnell einmal passiert“, sagt Wieser. Aber dass er auch hohe Belastung aushält, sei die Kunst.
Auch der Rasen der SV Ried ist dank der regelmäßigen Bewässerung ton.
„Wir bewässern nicht einfach mehrmals täglich nach einem fixen Schema“, berichtet LASK-Greenkeeper Harald Faldner. Gerade bei großer Hitze sei es wichtig, nicht permanent Wasser auf den Platz zu bringen. Stattdessen wird auf der Gugl mittels pflanzlich-organischer Strategie versucht, Boden und Pflanze möglichst widerstandsfähig gegen Hitze und Trockenstress zu machen. Indem der Boden das eingebrachte Wasser möglichst lange hält und die Pflanze ein kräftiges Wurzelsystem entwickelt, kann laut Faldner Wasser wesentlich effizienter genutzt werden – Einsparungen bis zu rund 30 Prozent seien so möglich. „Wasser sparen bedeutet nicht, den Rasen dursten zu lassen“, beschreibt Faldner sein Verständnis von Nachhaltigkeit: „Es geht vielmehr darum, den Boden so zu entwickeln, dass möglichst viel von jedem Liter Wasser tatsächlich bei der Pflanze ankommt und dort möglichst lange verfügbar bleibt.“
Trinkwasser und Nutzwasser
Gemeindebund-Präsident Christian Mader weiß, dass es da und dort Diskussionen darüber gibt, warum privater Wasserverbrauch eingeschränkt werden soll, Sportplätze hingegen weiterhin bewässert werden. „Wichtig ist, dass man das erklärt, damit es verstanden wird“, sagt Mader. Etwa, dass es sich in einem Fall um Trinkwasser, im anderen um Nutzwasser handle. Oder dass die Sanierung ausgetrockneter Sportanlagen viel Geld kosten könne. Tatsache sei jedoch, dass der Grundwasserspiegel sinkt, sagt Mader auch: „Über allem steht, dass wir gemeinsam schauen müssen, sorgsam mit dem Wasser umzugehen.“
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