Das Kirschenjahr ist überdurchschnittlich
30 verschiedene Kirschensorten werden in der Scharten angebaut.
„Es wird heuer ein überdurchschnittliches Erntejahr“, sagt Horst Hubmer vom Firlingerhof in Scharten.
Er führt einen der größten Obstbetriebe der Region, die auf Kirschen- und vermehrt auf Marillenanbau spezialisiert sind. Allein in Hubmers Kirschgärten stehen mehrere Tausend Kirschbäume – „in der Scharten“ sind es weit über Zehntausend.
In Oberösterreich werden Kirschen auf 63 Hektar Fläche angebaut. „Man darf sich für keine Arbeit zu gut sein“, sagt der 55-jährige Hubmer, der mit 18 Jahren eine kleine Landwirtschaft mit Kühen, Schweinen und 16 Hektar Grund übernommen hat, nebenher als Lkw- und Baggerfahrer arbeitete und dann auf Obstanbau umgestellt hat. Er führt nun einen großen Hof, den er mit Partnerin Romina bewirtschaftet.
80 Erntehelfer
Die beiden Töchter helfen mit. Aktuell beschäftigt er 80 Erntehelfer – vorwiegend aus der Ukraine. Sie werden mit Quartier und Essen versorgt. Der Durchschnittsverdienst von Erntehelfern ist durch Kollektivvertrag geregelt und liegt bei rund 2.000 Euro brutto monatlich. Hubmer verkauft ab Hof und beliefert auch Einzelhändler bis nach Wien und Salzburg. Neben Kirschen produziert er Most, Cider und Schnaps.
Rainer Silber, Horst Hubmer und Rosemarie Ferstl (v.l.)
„In den regionalen Hofläden und an den Ständen gilt das Prinzip morgens gepflückt, mittags auf den Tisch“, sagt Rosemarie Ferstl, Vizepräsidentin der Landwirtschaftskammer. Frische und Nähe sieht sie als Vorteil gegenüber ausländischen Produkten.
Rund 30 Kirschensorten werden „in der Scharten“ angebaut, „weitere 30 bis 40 alte Sorten kommen auf kleineren Flächen dazu“, sagt Rainer Silber, Geschäftsführer des Naturpark Obst-Hügelland. Es gebe einen Trend zum Selberpflücken. Stark zugenommen hat dort wie auch in ganz Oberösterreich der Marillenanbau. Die Fläche hat sich seit 2014 auf 70 Hektar fast versechsfacht. Anbaugebiete gibt es unter anderem im Traunviertel wie etwa beim Marillenhof Gruber in Niederwaldkirchen.
Der Anbau von Marillen hat sich seit 2014 auf 70 Hektar versechsfacht.
Dort besitzt Johannes Gruber auf sieben Hektar 8.000 Marillenbäume. Der Ertrag sei schwer zu schätzen – „das hängt davon ab, wie das Jahr verläuft“. Der Durchschnittsertrag von Marillen beträgt in OÖ acht Tonnen pro Hektar. Gruber: „Wir verkaufen großteils ab Hof sowie an Hofläden und Einzelhändler.“ Gruber hat 2013 von Acker- auf Marillenanbau umgestellt. Der Betrieb ist mittlerweile zu einer stattlichen Größe mit 15 Mitarbeitern angewachsen. Es werden 16 Sorten angebaut. Gruber: „Wir haben Kunden, die anrufen und fragen, wann ihre Sorte reif ist.“ Kirschen- wie Marillenbauern sind jedenfalls zufrieden. Ferstl: „Der Spätfrost blieb aus, weshalb die Ernte bei beiden Kulturen ertragreich und von höchster Qualität sein sollte.“
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