Brunmayr bleibt in Österreich, Angerschmid nach Nottingham
Brunmayr, Angerschmid und Pogatetz waren mit Oliver Glasner bei Crystal Palace erfolgreich
Eigentlich war Michael Angerschmid auf Auszeit eingestellt. Nach zweieinhalb intensiven Jahren in London hätte er es durchaus eine Weile daheim im beschaulichen Eitzing (Bez. Ried) ausgehalten.
„Aber im Fußball kannst du es dir nicht aussuchen“, weiß der 52-jährige Trainer um die Mechanismen des Geschäfts. Und so sind künftig die englischen East Midlands, wo sich der Legende nach einst der edle Räuber Robin Hood umtrieb, seine neue berufliche Heimat.
Vertrag bis 2029
Angerschmid arbeitet seit 2015 Oliver Glasner (51) zu, der soeben bei Nottingham Forest einen Vertrag bis 2029 unterschrieben hat. 13,1 Millionen Pfund (rund 15 Millionen Euro) soll der österreichische Starcoach verdienen – pro Jahr. Man müsse bei solchen Summen vorsichtig sein, weiß Angerschmid um die Sensationslust englischer Medien. „Wenn wir zuletzt überall engagiert worden wären, wie spekuliert wurde, hätten wir jeden Monat übersiedeln müssen.“ Glasner nimmt seine bewährten Assistenten mit: Emanuel Pogatetz (43), Michael Berktold (45), James Holland (37) und eben Angerschmid.
Budget für das Team
Für sein Team bekomme der Chef ein Budget und frage dann reihum: „Das ist zu verdienen, gehst du mit?“ Er habe relativ schnell ja gesagt, erzählt Angerschmid. Die Höhe seine Gage mag er nicht verraten, aber: „Wir werden nicht am Hungertuch nagen.“ Nicht mitkommen wird Ronald Brunmayr. „Ich habe vor längerer Zeit entschieden, dass ich nicht mehr dabei sein will“, sagt der 51-jährige Steyrer. Er hofft auf ein Angebot als Cheftrainer in der Heimat, weiß jedoch: „Es wird schon noch ein bisschen Zeit vergehen.“
Glasner und Angerschmid sind schon lange ein Team. Hier 2022 bei Eintracht Frankfurt
Auf Glasner & Co wartet jede Menge Arbeit. Die Reds schlossen die vergangene Saison in der Premier League auf Platz 16 ab. Seine besten Zeiten erlebte der Klub, als er 1977/78 Meister wurde und in den beiden folgenden Jahren den Europapokal der Landesmeister gewann. Detail am Rande: Das Finale 1979 im Münchner Olympiastadion gegen Malmö (1:0) wurde vom Linzer FIFA-Referee Erich Linemayr geleitet. Bei Crystal Palace hat Glasner zuletzt nicht verlängert, weil nach Verkauf von Leistungsträgern personell nicht entsprechend nachgerüstet worden war. Bei Nottingham trifft der Oberösterreicher wieder auf einen geschäftstüchtigen Eigentümer.
In der Vereinskasse ist Geld
Der griechische Reeder und Milliardär Evangelos Marinakis (58) hat den Klub 2017 übernommen. Soeben wurden Mittelfeldspieler Elliot Anderson (23) um umgerechnet 135 Millionen Euro an Manchester City und Rechtsaußen Anthony Elanga (23) um 61,4 Millionen Euro an Newcastle verkauft. Geld sollte also in der Vereinskasse sein. Heute, Sonntag, bricht Angerschmid Richtung Nottingham auf. „Spannende Aufgabe“, bringt er seine Erwartungen auf den Punkt. Man werde den Kader analysieren und vielleicht auf zwei, drei Positionen verstärken müssen. Nebenher muss der Innviertler sein Leben in neuer Umgebung organisieren. Ehefrau Karin wird wie zuletzt schon immer wieder einmal für eine Woche oder länger nach England kommen. Alles bereits Routine im Hause Angerschmid.
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