So werden Bäume in Linzer Park bei Bauarbeiten geschützt

Netze, Sicherungen und im schlimmsten Fall 50.000 Euro pro kaputtem Baum: Bohrkopf im Bergschlösslpark sitzt weiter fest und verursacht Mühen und Kosten.
Luftaufnahme einer Stadtlandschaft mit einem modernen Bürogebäude und einer Autobahn mit Tunneln.

Seit Monaten gibt es immer wieder Aufregung um jenen Teil des Linzer Westrings, bei dem die Autobahn aus dem Tunnel zurück ans Tageslicht kommen wird. Der Bergschlösslpark in der Nähe des Linzer Bahnhofs samt Umgebung wird bei diesem Großprojekt ordentlich in Mitleidenschaft gezogen.

Zuerst wurden Ende vergangenen Jahres mehr als 200 Bäume, teils 50 bis 60 Jahre alt, gefällt. Der Unmut bei der Bevölkerung wuchs stetig, auch ein Protestcamp formierte sich vor Ort.

Dann das nächste Drama: Vor einigen Wochen blieb im Zuge von Kanalumleitungsarbeiten ein riesiger Bohrkopf in 17 Metern Tiefe im Erdreich hängen und konnte bis dato nicht mehr zum Einsatz gebracht werden. 

Nachdem nun lange geprüft wurde, wie die Situation bestmöglich gelöst werden könnte, steht nun fest: Der Bohrkopf muss durch einen Schacht versetzt und ein paar Meter weiter wieder auf Linie gebracht werden, damit er auch noch die restlichen hundert Meter schafft.

Baumschutzbeauftragter im Einsatz

Ein riesiges Unterfangen, das in diesem Fall nicht nur die Expertise aus Technik und Geologie erfordert, sondern auch jene von Baumprofis. Und hier kommt Marcus Geyer-Grois ins Spiel. 

Er wurde nun als Baumschutzbeauftragter des Projekts installiert und legt einen Maßnahmenkatalog vor, wie die noch bestehenden Bäume vor Verletzungen durch die bevorstehenden Grabungen geschützt werden können.

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Eine riesige Tanne wird etwa morgen um einige Meter versetzt, es werden lastenverteilende Matten aufgelegt, um den Untergrund zu stabilisieren. Weiters gelte es Stämme und Wurzelwerk präventiv zu schützen. Geyer-Grois ist außerdem für die Zeit dieser Bauarbeiten für 30 Stunden pro Woche als Experte vor Ort.

50.000 Euro für jeden toten Baum

Sollte doch ein Baum sterben, hat sich die Linz AG, die die Arbeiten im Auftrag der Strabag durchführt, verpflichtet, 50.000 Euro pro Baum an die Stadt Linz zu zahlen.

"Wir verrechnen das dann der Asfinag weiter, genauso wie die Kosten, die durch den steckengebliebenen Bohrkopf entstehen", sagt Linz AG-Generaldirektor Erich Haider. Er selbst verstehe den Wert jedes einzelnen Baums im Stadtgebiet, immerhin sei er 12 Jahre lang Naturschutzreferent des Landes OÖ gewesen, so Haider.

Im April soll der Bohrkopf sein endgültiges Ziel erreicht haben, bis dahin ist die Baumaufsicht aktiv. Das Protestcamp wurde in der Zwischenzeit von der Polizei geräumt.

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