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Abschiede haben keinen guten Ruf

Abschiede haben wirklich keinen guten Ruf. Niemand lädt sie gerne ein. Wenn sie aber trotzdem auftauchen, stehen sie oft unbeholfen herum und wissen nicht, ob sie bleiben oder gleich wieder gehen sollen. Von Christa Koinig.
Seppy

Auch bei uns im Puppentheater war es kürzlich wieder so weit. Da hat es geheißen, Abschied zu nehmen – von den Kindern, von den vielen Geschichten, die wir gemeinsam mit unserem treuen Publikum erleben durften, aber auch von unserer Aufregung vor jeder Vorstellung. Der letzte Vorhang vor der längeren Sommerpause ist nämlich gefallen. Also nicht irgendwo hinuntergefallen, sondern einfach klipp-klapp-zu. Unsere Bühne wird jetzt für längere Zeit leer sein, aber hinter den Kulissen geht’s munter weiter. Da werden Nasen angeklebt, verloren gegangene Ohren gesucht, Haare gewaschen und alles blitzblank sauber gemacht. Das alte Schloss bekommt einen neuen Anstrich, der Wald wird aufgeforstet und wir Puppen hoffen darauf, dass wir wieder einmal neue Kleidung bekommen.

Wir erwarten das Neue

Also keine Rede von Abschied für immer. Wir bereiten uns einfach vor auf das Neue, das uns erwartet: neues Jahr, neue Geschichten und viele neue Kinder. Auch im Kindergarten und in der Schule herrscht jetzt Abschiedsstimmung. Abschied von Freunden, von lieb gewonnenen Gewohnheiten oder von all den kleinen Dingen, die jeden Tag interessant gemacht haben. Und wenn sich ein Abschied manchmal traurig anfühlt, überwiegt zum Glück die Neugier auf das, was kommt: auf die Ferien, auf die freie Zeit, auf neue Abenteuer. Und glaubt mir: Auch wenn sich ein Abschied wieder mal anpirscht – das Neue, Schöne und Spannende liegt längst schon in der Luft.

Christa Koinig ist künstlerische Leiterin des Linzer Puppentheaters.

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